Amazon wird E-Publisher und macht den Buchverlagen Konkurrenz

Von am 29. Mai 2011  

Kindle 3 BücherVerleger in Verlegenheit

Aus dem führenden Online-Buchhändler wird eine Verlagsbuchhandlung. Die eigene Verlagssparte bedient zuerst die populären Genres Romance und Mystery, für die bereits bekannte Bestsellerautoren gewonnen wurden. Der einflussreiche Literaturagent Larry Kirshbaum, zuvor CEO der Time-Warner Book Group, eröffnet für Amazon ein Verlagsbüro in New York.

Umwälzend für die Buchbranche

Amazon meint es ernst und hat gute Voraussetzungen, um auch im Verlagsgeschäft ernsthaft mitzumischen. Das Unternehmen hat bestehende Beziehungen zu den Buchkäufern, die noch enger werden mit dem erfolgreichen E-Reader Kindle und jedem verkauften E-Book. Amazon kennt die Vorlieben der Kunden und weiß vor allem, was sie zu zahlen bereit sind.

Finanzanalystin Faye Landes von ConsumerEdge Research: “Amazons Pläne und Zielsetzungen sind viel breiter und wahrscheinlich sehr umwälzend für die Buchbranche.”

Bei US-Verlagen kommt bereits mehr als leichte Unruhe auf. Aber Amazons Einstieg ist vermutlich vor allem als strategische Antwort auf Apples Medientablet iPad zu sehen und das zugleich von Apple eingeführte Agenturmodell für iBooks.

Strategie gegen Apple und das iPad

Dieses Modell führte eine effektive Preisbindung für E-Books durch die Verlage ein, und Amazon war gezwungen, es den Verlagen ebenfalls zu offerieren. Mit den eigenen E-Books kann Amazon die Verkaufspreise wieder selbst gestalten und gewinnt zugleich Verhandlungsspielraum gegenüber den Verlegern.

Amazon steht längst nicht mehr nur für Bücher, sondern ebenso für Technik, Haushalt, Kleidung und sogar Lebensmittel. Bücher aber waren und sind die “Einstiegsdroge”, durch die der Online-Händler erfolgreich wurde. Mit dem Schritt zum eigenen Verlagsprogramm will Amazon das auch für die Zukunft sichern.

E-Books überholen den traditionellen Buchmarkt viel schneller als von den meisten erwartet und sorgen dafür, dass die Karten neu gemischt werden. Die besten Chancen haben dabei Anbieter, die einen E-Reader als Plattform mit einem umfangreichen eigenen Angebot an E-Books verbinden können.

Amazon ist mit dem Kindle der größte Anbieter von E-Readern in den USA mit einem Marktanteil von 29 Prozent. An zweiter Stelle kommt Apple mit 17 Prozent, an dritter Stelle die Buchladenkette Barnes & Noble mit 8 Prozent dank des E-Readers Nook. Das Medienkonglomerat Liberty Media machte Anfang Mai ein Kaufangebot von 1,02 Milliarden US-Dollar für Barnes & Noble – und es dürfte mehr mit E-Books als mit den Buchläden zu tun haben.

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