Android für Netbooks

Von am 2. Januar 2009 1 Kommentar 

Ganz nebenbei, in nur vier Stunden portierten zwei Entwickler Googles Linux-basiertes Handy-Betriebssystem auf ein typisches Netbook. Sie taten es, um ihre Vorhersage zu stützen: Netbooks mit Android-OS sind in Sicht. Und sie fanden augenscheinliche Beweise.

Die Android-Invasion beginnt

Die Prognose hatten sie bereits im August gewagt und sich auf Branchenquellen berufen. Google habe einen geheimen Masterplan, Android zwar als Handy-OS zu starten, es jedoch zu erweitern zu einer Art universellem Betriebssystem, das sich über Set-Top-Boxen für TV-Geräte, MP3-Player und andere Kommunikations- und Mediengeräte sowie Dienste ausbreiten wird. Ein Internet-Betriebssystem sei in Sicht, powered by Google.

Das könnte auch die aggressive Strategie erklären, die Google mit dem eigenen Webbrowser Chrome fährt, der schon nach kurzer Zeit aus dem Beta-Status kam. Die überraschende Chrome-Attacke hatte Konkurrenten wie Branchenbeobachter überrascht.


Ein Android, viele Geräte?

Daniel Hartmann und Matthäus Krzykowski von Mobile-facts, einem amerikanisch-deutschen Startup, mischten in verschiedenen Android-Entwicklergruppen mit und erfuhren von Google-Entwickler Dima Zavin, dem es bereits gelungen war, Android auf einen Asus Eee PC 701 zu portieren. Das führte zu ihrem Entschluss, es mit der Kompilation für ein weiteres Asus-Netbook zu versuchen.

Kompilieren leicht gemacht

In gerade mal vier Stunden schafften sie es, das aktuelle Modell Eee PC 1000H unter Googles Mobile-OS Android laufen zu lassen. Dabei unterstützte Android fast alles an Hardware, was sie sich wünschten, einschließlich Grafik, Sound und WLAN für die Internetverbindung.

Ihre Arbeit vereinfachte der Linux-Kernel, der experimentelle Kompilierungen wie diese ermöglicht, unter anderem durch die zahlreichen verfügbaren Treiber für die unterschiedlichste Computer-Hardware. Die Erfahrungen, die sie dabei machten, verschlugen ihnen fast die Sprache. So sind im Quellcode für Android bereits zwei Produktlinien (product policy) vorgesehen:

PRODUCT_POLICY
android.policy_phone
android.policy_mid

phone, das gibt es schon in Form der Android-Handys. mid steht für Mobile Internet Devices (MID), einen von Intel geprägten Begriff für Webtablets, UMPCs, Netbooks und sonstige mobile Kleinstrechner. Ein klares Indiz für das kommende Android-Netbook, zumal Intel auch bereits die erforderlichen Treiber für MID-Chips bereitstellt.

Hartmann und Krzykowski waren beeindruckt, wie relativ leicht sich die Kompilierung durchführen ließ. Screenshots bestätigen ihre Angaben. Obwohl das Netbook von Asus über ein etwa 5-fach größeres Display verfügt, war die Anpassung kein Problem. Android sorgte vielmehr selbst für die automatische Anpassung.

Die Android-Netbooks kommen

In den „Einstellungen“ stießen sie auf vorgesehene Android-Ãœbersetzungen für: Tschechisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch und Holländisch. Android-Geräte dürften daher schon bald diese Märkte erreichen.

Wann sind die ersten Android-Netbooks zu erwarten? Eine Serienproduktion könnte innerhalb von drei bis neun Monaten anlaufen, schätzen die Startup-Gründer. Für wahrscheinlicher aber halten sie die Ankunft der Android-Netbooks ab 2010 aufgrund der sich bis dahin entfaltenden Marktbedingungen.

(bk)

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  1. […] werden. Zahlreiche User von Netbooks setzen statt des ressourcenhungrigen Windows lieber Linux ein. Entwicklern gelang es kürzlich, Android, das ja ebenfalls auf Linux basiert, auf einem Asus Eee-PC lauffähig zu […]