App Inventor: Mach deine Android-Anwendung einfach selbst

Von am 12. Juli 2010  

App-Entwicklung für die Massen

Es ist ein Programmierbaukasten, der Programmcode als Blöcke liefert, die sich per Drag & Drop zu einer Anwendung zusammenfügen lassen. Das erinnert nicht von ungefähr an die visuelle Entwicklungsumgebung für das Robotersystem Lego Mindstorms, das zusammen mit dem MIT entwickelt wurde. Es könnte sogar an das visuelle Werkzeug HyperCard von Apple erinnern aus Zeiten, als auch Apple den eigenen Kunden noch mehr zutraute – statt Anwendungen zu verbieten, mit der Kinder das Programmieren lernen.

„Wir konnten das nur machen, weil die Architektur von Android so offen ist“, betont der für die Entwicklung verantwortliche Informatiker Harold Abelsen. Er arbeitet am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ließ sich beurlauben, um das Projekt bei Google zu leiten.

Abelson ist ein entschiedener Verfechter freier Software als Mitbegründer von Organisationen wie Free Software Foundation (FSF) und Creative Commons. App Inventor sieht er als einfaches Werkzeug für Nutzer und vor allem jüngere Anwender, um mit Smartphone-Software zu basteln, wie beim Computer schon lange möglich: „Das Ziel ist es, die Leute in der mobilen Welt zu befähigen, Schöpfer zu sein und nicht nur Konsumenten.“

App Inventor ist einerseits für einfache Spielereien gut, die in wenigen Minuten gelingen, wie das Demovideo zeigt. Es darf aber auch ernsthafter sein wie das von einer Krankenschwesternschülerin geschriebene Programm, das einen Notruf über das Handy absetzt, wenn jemand stürzt. Es nutzt den Beschleunigungsmesser, um einen Sturz zu bemerken. Steht der Betreffende nicht umgehend wieder auf oder drückt einen eingeblendeten Button, geht eine Textnachricht oder ein Anruf an eine vorher bestimmte Person.

Mit App Inventor sind Games ebenso möglich wie Quiz-Anwendungen. Die Apps können Eingaben in Datenbanken ablegen, auf Sensoren wie auch GPS zur Ortsbestimmung zurückgreifen. Der Programmier-Baukasten ist nach über einem Jahr Entwicklung kurz vor der Veröffentlichung. Er ist überwiegend Web-basiert und an einen Google-Account gebunden. Erstellt werden die Apps am PC, anschließend per USB mit einem Android-Smartphone synchronisiert.

Abbildungen: Google

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