Apple Magic Mouse zerlegt und entzaubert

Von am 22. Oktober 2009  

Mighty Mouse openApples neue Multitouch-Maus rief bei den ersten Testern gemischte Gefühle hervor. Und die Hardware-Zerstörer von Ifixit wollten wissen, was die Maus im Innersten bewegt.

Walt Mossberg bestätigte seinen Apple-freundlichen Ruf im Wall Street Journal und erklärte Magic Mouse zum revolutionären Produkt der Woche. Es sei die erste Maus, deren gesamte Oberfläche wie das Trackpad eines Notebooks reagiert, mit Multitouch-Gesten der Fingerspitzen durch Listen, Fotos und Webseiten navigieren lässt, während sie zugleich für die traditionelle Steuerung des Mauszeigers und Mausklicks taugt. Und das Mauswunder sei gut gelaufen in seiner Hand.

Mighty Mouse CoverCnet hingegen störte sich an ergonomischen Unzulänglichkeiten der Maus. Das Tier sei absolut heiß, der Benutzer habe aber eine schwere Lernkurve zu bewältigen aufgrund der überaus schmalen und tiefgelegten Form. Keine Ruhepunkte für die Finger habe sie wie etwa die gewohnte Logitech MX 1100. Im Vergleich fühle sich die Apple Magic Mouse einfach nur wie ein fein gemeißeltes Stück Polycarbonat an. Und dann erst die so gut wie nicht anpassbaren Multitouch-Features, die mühsame wie unnatürliche Bewegungen von Mittel- und Zeigefinger über die glitschige Oberfläche erforderten. Ein Ausrutscher von einer Maus sei es, eine Touch-Oberfläche ohne feste Bedienpunkte ergebe einfach keinen Sinn bei einer Maus.

Weitere Tests bescheinigen Magic Mouse zumindest, die bislang beste Maus von Apple überhaupt zu sein. Was allerdings auch nicht höchstes Lob bedeuten muss nach Apples starrsinnigem Festhalten an der 1-Klick-Maus und der problematischen Mechanik der Mighty Mouse. Was die Mechanik der neuesten Mausgeneration angeht, sorgte Ifixit für rigorose Aufklärung durch konsequente Zerlegung.

Magic Mouse zerlegt

Batterien, berührungsempfindliche Sensoren und ein Chip von Broadcom sind verantwortlich für die Touch-Magie der Oberfläche. An ihrer Unterseite ist die Hülle mit orangefarbenen kapazitativen Touch-Sensoren überzogen, die die Fingerbewegungen des Benutzers erfassen. Ein einziges Flachbandkabel verbindet den Oberkörper mit dem Mainboard. Dort nimmt ein Bluetooth-Chip die Daten auf und vermittelt sie weiter an Mac-Computer, die über aktuellste Software-Updates verfügen müssen.

Ãœber den verbauten Chip BCM2042 informiert Hersteller Broadcom: „Durch die Integration aller Komponenten innerhalb von Maus und Tastatur im BCM2042 sind niedrige Systemkosten zu erzielen, um sich den Preisen herkömmlicher drahtgebundener Mäuse und Tastaturen zu nähern.“ Dieser Hinweis scheint nicht angekommen zu sein, denn Apples Preisvorstellung für die „erste Multi-Touch-Maus der Welt“ liegt bei 69 Euro.

Die Fachkräfte von Ifixit mussten ein Öffnungswerkzeug für Ipods einsetzen, um den durch reichlich magischen Klebstoff zusammengehaltenen Mauskörper zu öffnen. Ihre nüchterne Bestandsaufnahme: Nicht viel Aluminium in der Maus, nur rund 10 Gramm. Für mehr Gewicht sorgen 37 Gramm Kunststoff und 47 Gramm Batterien. Die beiden AA-Batterien machen fast die Hälfte des Lebendgewichts aus.

Ihrer Beobachtung nach ist die Oberfläche lichtdurchlässig, und das regte sie zu einem Vorschlag an Apple an: Wie wäre es mit einer von innen leuchtenden Maus?

(bk)

Zum Thema bei TecZilla:

Neu bei Apple: Macbook, Imac, Mac Mini, Magic Mouse

Zum Thema im Web:

Ifixit

Cnet

Abbildungen: Ifixit

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