Barack Obama fordert mehr Jobs … Steve Jobs

Von am 23. Dezember 2010  

Steve Jobs Action FigurEin Präsident feiert den Jobs-Reichtum, Steve Jobs ist „Mann des Jahres“ der Financial Times – und Apple verbietet den Verkauf von Steve-Jobs-Devotionalien

Apples CEO ist wieder ganz oben. Der Präsident der Vereinigten Staaten preist ihn als vorbildlichen Unternehmer, der seinen Reichtum verdient hat. Die Financial Times kürt ihn zu ihrem Mann des Jahres und lobt ihn dafür, Jobs zu schaffen aus nichts als Luft. Nur Apple bremst den Kult um den eigenen Gründer ein wenig aus.

Bei der Pressekonferenz im Weißen Haus sollte es um die wirtschaftlichen Probleme des Landes gehen. Obama führte die Tatsache aus, dass ein Prozent der Bevölkerung heute über mehr Einkommen und Reichtum verfügt als zu jedem anderen Zeitpunkt seit den 1920er Jahren. Er leitete schnell über zum amerikanischen Traum, der Chance für jeden, nach ganz oben zu kommen:

„Wie schaffen wir Chancen für jeden? Indem wir den Reichtum feiern. Wir feiern jemanden wie einen Steve Jobs, der zwei oder drei verschiedene revolutionäre Produkte geschaffen hat. Wir erwarten, dass diese Person reich ist, und das ist eine gute Sache. Wir wollen diesen Anreiz. Das gehört zum freien Markt.“

„iPad führt in eine Welt ohne Windows“

Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times erhob Jobs gleichzeitig zur „FT Person of the Year“ und begründet es damit, dass der „Silicon-Valley-Visionär Steve Jobs und sein Traum des kleinen Bildschirms Apple wieder an die Spitze gebracht haben“. Die Vorstellung des iPad im Januar dieses Jahres im San Francisco Yerba Buena Center „krönte das bemerkenswerteste Combeback in der modernen Wirtschaftsgeschichte“. Die ausführliche Lobrede bescheinigt dem iPad, auf eine Zukunft jenseits der Computermaus zu verweisen – und eine Welt ohne Windows.

„Er schafft Jobs aus nichts als Luft“

Nicht unerwähnt bleiben kritische Einwände wie zum umstrittenen Zulassungsverfahren der Apps, die in Apples Online-Store verfügbar sein dürfen: „Apple herrscht über dieses Königreich strenger, als Microsoft jemals den PC beherrschte. Für Kritiker ist das die dunkle Seite von Mr. Jobs‘ Perfektionismus.“

Das ultimative Lob über Steve Jobs aber darf für die Zeitung Roger McNamee aussprechen, ein im Silicon Valley aktiver Investor: „Er unterscheidet sich, indem er Jobs und wirtschaftliche Aktivität aus nichts als Luft schafft, während jeder andere CEO in Amerika nach Wegen sucht, Kosten einzusparen und Mitarbeiter zu entlassen.“

Apple gegen den Personenkult

Nach relativ bescheidenem Reichtum strebten auch einige Besitzer von Steve-Jobs-Figuren, deren weitere Verbreitung Apple vor kurzem untersagen ließ. Apple hatte sich für das Verbot auf kalifornische Gesetze berufen, nach denen Name oder Aussehen einer Person nicht ohne ausdrückliche Zustimmung genutzt werden dürfen. Bis zum Einschreiten der Apple-Anwälte kamen daher nur 300 Nachbildungen des Apple-Gründers in den Verkauf.

Nach den Gesetzen des freien Marktes mussten die künstliche Verknappung zusammen mit ungebremster Nachfrage für höhere Preise sorgen. Kaum verwunderlich daher, dass einige Figurenbesitzer ihrem Streben nach Reichtum nachgaben und die Objekte der Steve-Jobs-Verehrung bei eBay einstellten. Sie verlangten Preise von 2.500 US-Dollar aufwärts und bekamen auch Gebote.

Ihren Traum vom schnellen Reichtum aber durften sie nicht lange träumen. Apple sorgte umgehend für die Löschung der Kult-Angebote, wie aus einer Begründung von eBay hervorgeht:

„Ihr Artikel wurde entfernt aufgrund eines Verlangens von Apple, Inc., einem Mitglied unseres Verified Rights Owner Program (VeRO), das um die Entfernung des Artikels bat aus folgendem Grund: Artikel verletzt das Recht einer berühmten Person auf ihre Publizität.“

Abbildung: MIC Gadget

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