"Batterietechnik von Nissan Leaf zu einfach" – sagt Tesla Motors

Von am 7. September 2010 4 Kommentare 

Auf die Kühlung kommt es an

Die Hersteller von Elektroautos geben jede vornehme Zurückhaltung auf mit gewagten Behauptungen über die überlegenen Technologien, mit denen sie zu sinkenden Preisen mehr Reichweite gewinnen wollen. Nissan preschte voran mit dem Postulat, das Akkupack für das in den USA schon bestellbare Elektrofahrzeug Leaf habe die Preisgrenze von 400 US-Dollar je Kilowattstunde unterschritten, während andere Hersteller noch prahlten, sie näherten sich mit Lithium-Ionen-Batterien in ihren künftigen Modellen 500 – 700 US-Dollar / kWh.

Das konnte Elon Musk nicht auf sich sitzen lassen, Mitgründer und CEO von Elektroauto-Vorreiter Tesla Motors. Nach Nissan und den fallenden Batteriepreisen gefragt, warf er Nissan nicht weniger als veraltete Technik vor. Das Akkupack des Leaf sei auf einer “viel niedrigeren Ebene der Technologie”, selbst wenn man es mit Teslas erstem Prototyp vergleiche.

Er spielte damit auf die unterschiedlichen Kühlmethoden an. Während Nissan die Batterie mit Luftkühlung im optimalen Temperaturbereich zu halten versucht, setzt Tesla ähnlich wie General Motors bei Chevy Volt auf ein System der Flüssigkühlung. Mit der komplexeren, aber auch kompakteren Flüssigkühlung strebt Tesla eine gezieltere Wirkung an. Nissans Luftkühlung hingegen führt laut Musk zu “Temperaturen querbeet” und damit zu “erheblichem Energieverlust” in kalter Umgebung und praktisch einer “Abschaltung” in heißer Umgebung.

So zugespitzt Musk es formuliert, ganz von der Hand zu weisen ist das Argument nicht. Nissans Chefentwickler Hidetoshi Kadota selbst räumte gegenüber US-Journalisten bei einer Testfahrt ein, dass die mit einer Batterieladung erzielbare Reichweite nach unten wie oben um rund 40 Prozent abweichen kann, nicht zuletzt abhängig von den Außentemperaturen: “Abhängig davon, wie Sie fahren und die Klimaanlage nutzen, schwankt die Fahrstrecke ohne Nachladen erheblich. Es ist eine physikalische Eigenschaft elektrischer Fahrzeuge.”

Am Preis für die Batterie aber muss auch Tesla arbeiten. Beim Tesla Roadster, der 2008 zum Preis von 109.000 US-Dollar eingeführt wurde, spielte es noch eine weniger entscheidende Rolle. Bei der als Model S für 57.400 Dollar angekündigten Limousine sieht das schon deutlich anders aus. Tesla will die Batterie der Limousine um 40 Prozent günstiger produzieren als bei Einführung des Elektro-Roadsters. Die erhofften Einsparungen bringen soll der Wechsel von Kobalt-Kathoden zu Nickel-Kobalt-Aluminium-Kathoden. Kobalt, so Musk, ist “der teuerste Bestandteil des Akkupacks”.

Abbildung: Tesla Motors

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Kommentare

4 Stellungnahmen zu “"Batterietechnik von Nissan Leaf zu einfach" – sagt Tesla Motors”
  1. Humbug sagt:

    Allles großer Humbug!
    Derzeit geht noch nichts über einen Verbrennungsmotor. – Anstatt in ein Elektroauto, sollte man lieber in eine gute Wärmedämmung, Solarkolektoren oder Photovoltaik investieren.
    Naja, entwickeln kann man die Technik ja… hoffentlich kauft sie bloß keiner (es macht schlicht und ergreifend gar keinen Sinn, wenn der Strom dafür weiterhin konventionell erzeugt wird).

  2. Stefan Czeripy sagt:

    EIne freie (und nicht moderierte) Kommentarfunktion ist HUMBURG!

  3. AMG sagt:

    Lieber Humbug,
    dass Du von Technik keine Ahnung hast weiss jetzt jeder.

  4. Peter sagt:

    Und von Volkswirtschaft auch nicht – die Leute, welchen sich diesen Wagen leisten können, lesen hier sowieso keine Kommentare.