Buchhändler Google eröffnet E-Book-Store mit 3 Millionen Titeln

Von am 6. Dezember 2010  

Google E-BooksFür die USA und “so bald wie möglich” weitere Länder

Der Laden heißt einfach nur Google eBookstore, startet aber durch mit 3 Millionen (ganz überwiegend kostenlosen) Titeln. Mit dabei sind 4.000 Verlagspartner, zu denen die bekanntesten Namen gehören. Außen vor bleibt auch nicht die führende Verlagsgruppe Random House, die sich vehement gegen Apples Agenturmodell sowie die damit verbundene Preisbindung aussprach und daher ihr gesamtes Angebot nicht im iBook Store einstellte.

Das Agenturmodell mit durch die Verlage festgelegte Preise ist auch bei Google möglich mit identischen Konditionen (70 Prozent für den Verlag). Für dieses Modell sprachen sich jedoch nur rund 10 Prozent der Verlage aus, die allerdings für die Hälfte des kostenpflichtigen Angebots verantwortlich sind. Die übrigen Verlage erhalten 52 Prozent des Listenpreises, wenn der Verkauf durch Google erfolgt (42 Prozent, wenn ein Handelspartner Googles als Verkäufer auftritt). Im Unterschied zu Amazon und Apple versucht Google auch nicht den unabhängigen Buchhandel auszuschalten, vielmehr sind Angebote über Websites möglich durch eine Partnerschaft mit der American Booksellers’ Association.

Die Preise, soweit nicht von den Verlagen vorgegeben, bestimmt Google – wie sollte es anders sein – durch Algorithmen. Sie sollen wettbewerbsfähige Preise im Vergleich zu Amazon und Apple garantieren: “Wir haben einen Preisalgorithmus entwickelt für wettbewerbsfähige Preise zum gängigen Kurs im Markt. Wir versuchen uns nicht durch Tiefstpreise in den Markt zu kaufen, aber wir wollen uns von niemandem nachsagen lassen, dass wir höhere Preise haben.”

Das Buch aus den Wolken

Google zielt auf E-Books in der Cloud, die sich automatisch mit allen Geräten synchronisieren. Die Lektüre kann auf einem Notebook beginnen, sich auf einem Tablet fortsetzen, einem Smartphone oder einem dedizierten E-Reader.

Google eBookstore

Mit dem neuen Angebot stellt Google eine eigene Anwendung für das Lesen von E-Books auf Android-Geräten vor und ist dabei, eine ähnliche Anwendung durch die Sperren von Apples App Store zu schleusen. Die E-Books sind außerdem kompatibel mit Sonys Palette von E-Readern und dem Reader Nook der US-Buchladenkette Barnes & Noble.

Kompatibel mit Amazons Reader Kindle sind nur E-Books ohne digitale Rechteverwaltung, da Amazons proprietäres DRM nicht mit der von Google eingesetzten Technologie ACS4 von Adobe harmoniert. Die meisten Titel sind im offenen ePub-Format zu haben, das von den Anbietern optional mit DRM-Einschränkungen zu versehen ist. Über einen Web Reader sind die erworbenen Bücher auch in jedem aktuellen Webbrowser zu lesen, wie an einigen Beispielen zu erproben.

Die Kompatibilität über Plattformen hinweg sorgt für einen Wettbewerb, den es bei elektronischen Büchern bislang nicht gab. Das Angebot ist zunächst nur innerhalb der USA zugänglich. Wer von außerhalb kommt, wird vertröstet: “Die neuesten Google eBooks stehen an Ihrem Standort noch nicht zum Verkauf zur Verfügung.”

Google plant die Eröffnung ähnlicher Stores schon Anfang nächsten Jahres auch für Europa und andere Länder. In Deutschland allerdings ist auch weiterhin mit einer verzögerten Entwicklung des E-Book-Marktes durch eine anachronistische Buchpreisbindung zu rechnen.

Screenshots: Google eBookstore

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