Das Monster von Montauk

Von am 6. Juli 2009 2 Kommentare 

montauk(Rückblende auf das Ungeheuer des Jahres 2008 mit einem neuen Lösungshinweis.)

In den alten Zeiten tauchte an nachrichtenarmen Sommertagen regelmäßig das Monster von Loch Ness auf und belebte die Tageszeitungen. Die Online-Medien haben ihr eigenes Monster gesucht und in Montauk gefunden.

Drei Frauen entdeckten es am Strand des beschaulichen Badeorts nahe New York und fotografierten es, wie sie in einem Video-Interview berichten. Es war offenbar an den Strand geschwemmt worden, schon etwas angegammelt und der willkommene Anlass sommerlicher Ratespiele. Besonders beliebt war der Hinweis auf geheime Regierungsversuche in einem nahen Labor auf Plum Island, für das die Homeland Security zuständig ist. Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums erklärte jedoch, das rätselhafte Wesen sei keinesfalls aus diesem Labor entsprungen.

Montauk Monster

Ein Alien, ein satanischer Höllenhund? Ein Mutantenschwein mit Schnabelkopf? Etwas irdischer die Theorie von der Schildkröte, die ihres Panzers verlustig ging. Weitere Aufnahmen ließen eher vermuten, dass es sich um die Überreste eines Hundes oder eines Waschbärs handelte.

Bliebe noch die ganz banale Erklärung von einer Photoshop-Montage, die ohnehin nie auszuschließen ist. Was auch immer es sein sollte, es wurde schnell zum Monster der Stunde. Die dritthäufigste Suche bei Google Trends galt dem Ungeheuer von Montauk.

Ich tippe auf eine Photoshopping-Affäre. Der angebliche Fundort befindet sich ausgerechnet in den Hamptons, einer Nobelregion à la Sylt an der Spitze von Long Island. Wie der Zufall will, kenne ich die Gegend wie meine Westentasche, seit ich das Vergnügen hatte, einen Thriller namens The Hampton Affair zu übersetzen.

Im Interview mit einem lokalen Web-TV machen die drei “Entdeckerinnen” des Untiers doch sehr den Eindruck, ihre 15 Minuten Ruhm zu genießen. Und erklären, das Getier in der Garage von Freunden deponiert zu haben. Sie warteten nun darauf, von Wissenschaftlern kontaktiert zu werden, die ihr Fundstück genauer untersuchen wollen.

(Zuerst erschienen am 3. August 2008, „The Inquirer“)

Update: Die Welt der Wissenschaften neigt überwiegend zur Annahme, es handle sich um einen von rauer See angegriffenen Waschbären. Ein Bericht mit Bildbelegen vom 4. Juni 2009 könnte alles erklären oder auch nicht:

Ein paar Jungs, die eben so drauf waren, gönnten einem gefundenen toten Waschbären angeblich eine „Wikinger-Beerdigung“ auf einem brennenden Floß. Und wieder an den Strand geschwemmt wurde das „Monster von Montauk“.

(bk)

Zum Thema bei XOOMiX:

„Unbekannte Lebensform“ gesichtet in North Carolina

Riesenspinne terrorisiert Liverpool

Zum Thema im Web:

Gawker

The East Hampton Star

Fox News

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Das Monster von Montauk”
  1. Marcella sagt:

    Also mal ganz ehrlich, das sind doch alles billige Fälschungen! Das ist ein gutgemachtes Gummi-Tier! Das ist voll die Veräppelung!

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Was andere über diesen Beitrag sagen ...
  1. […] Sommerloch ist Hochzeit der Kryptozoologie. Letztes Jahr war es das “Monster von Montauk“, heuer hat einer doch tatsächlich bei Google Earth mitten im schottischen See “Loch […]