Deutsche E-Books für Amazon Kindle (und die Preise bewegen sich)

Von am 24. Februar 2011  

Amazon Kindle BooksBuchpreisbindung ja, aber …

Schon in der ersten Jahreshälfte 2009 sollte Amazons E-Reader auch in den deutschen Markt kommen, aber daraus wurde erst einmal nichts. Es lag angeblich an Netzbetreibern wie T-Mobile und Vodafone, die zu hohe Gebühren für die Datenübertragung forderten. Nicht besonders beweglich waren auch die deutschen Buchverlage, die um ihre angestammte Buchpreisbindung fürchteten. Sie sahen weniger die geschäftlichen Chancen und erstarrten wie zuvor die Musikindustrie in Piraten-Panik.

Seit Ende 2009 ist Kindle zwar in einer internationalen Version auch für deutsche Kunden erhältlich (“Kindle with US and International Wireless”), aber bislang so gut wie ohne deutschsprachige E-Books. Amazon bereitet jetzt offenbar erneut den Anlauf für einen deutschen Kindle-Shop vor und stellt bereits Mitarbeiter dafür ein. Die Eröffnung ist noch in diesem Frühjahr zu erwarten.

E-Books 19 bis 45 Prozent günstiger

Random House und andere Verlage preschen vor und laden eine vierstellige Zahl deutscher Titel in den US-Store für Amazon Kindle. Allein Heyne ist mit rund 400 E-Books dabei und bietet sie deutlich günstiger an als die gedruckten Ausgaben. Die Preisvorteile selbst gegenüber Taschenbüchern liegen zwischen 19 und 45 Prozent. “Verdammnis” von Stieg Larson beispielsweise kommt als E-Book für 6 Euro satt 9,95 Euro.

Ausgehebelt wird die bestehende deutsche Buchpeisbindung nicht, die der US-Buchmarkt nur vom Hörensagen kennt. Amazon sichert sie offenbar auch nicht vertraglich zu, akzeptiert aber zugleich Preisvorgaben der Verlage nach dem Agenturmodell. Es sieht bei von den Verlagen festgelegten Preisen zwischen 2,99 und 9,99 US-Dollar vor, dass Amazon 30 Prozent der Einnahmen erhält.

Für mehr Preisdruck nach unten sorgen eine Meistbegünstigungsklausel sowie die Vorgabe Amazons, dass E-Books nicht mehr als 70 Prozent dessen kosten dürfen, was der Verlag für die günstigste gedruckte Ausgabe ansetzt. Das scheint zwar noch verhandelbar zu sein, gibt aber die Richtung vor.

Abbildung: Amazon

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis