E-Book-Preise: Generalstaatsanwalt ermittelt gegen Amazon und Apple

Von am 2. August 2010 1 Kommentar 

Wettbewerbsfeindliche Deals?

Apple führte für E-Books ein Agenturmodell ein, das die Verleger die Preise vorgeben lässt, während Apple einen festen Anteil von 30 Prozent für digitale Bücher einbehält. Amazon wehrte sich zunächst dagegen, gab aber nach einem Showdown mit dem führenden US-Verleger Macmillan nach und akzeptierte widerwillig das für Apples Medientablet iPad eingeführte Agenturmodell und damit „unnötig hohe Preise für E-Books“.

Diese Vereinbarungen mit führenden Buchverlagen sind für Apple wie Amazon mit einer Meistbegünstigungsklausel verbunden, die ihnen jeweils beste Konditionen im Vergleich zu anderen Abnehmern zusichern, insbesondere garantiert, dass ihre Mitbewerber niemals bessere Konditionen bekommen können. Da diese Verleger anderen Händlern keine weitergehenden Rabatte gewähren können, ist Preiswettbewerb erschwert bis unmöglich. Es entsteht eine De-facto-Preisbindung für Bücher, obwohl sie in den USA anders als in Deutschland gesetzlich nicht gedeckt ist.

Dem Generalstaatsanwalt des US-Staats Connecticut, Richard Blumenthal, fielen die Preise für typische E-Books aus der Bestsellerliste der New York Times auf. Sie waren absolut identisch bei Apple, Amazon sowie den großen Buchladenketten Borders und Barnes & Noble. Blumenthal – der auch im Zusammenschluss von 38 US-Bundesstaaten gegen Google wegen der WLAN-Aufzeichnungen mit Street-View-Fahrzeugen ermittelt – leitete daraufhin eine wettbewerbsrechtliche Untersuchung ein.

Blumenthal hat Vertreter von Amazon und Apple in sein Büro geladen, um ihre Sicht der Dinge zu hören. Er scheint entschlossen, für Preiswettbewerb im kommenden E-Book-Markt zu sorgen:

„Diese Vereinbarungen zwischen Verlegern, Amazon und Apple scheinen bereits zu einheitlichen Preisen bei vielen beliebten E-Books geführt zu haben – und enthalten den Verbrauchern potenziell wettbewerbsfähige Preise vor. Der E-Book-Markt steht kurz vor einer explosiven Entwicklung – wie Analysten vorhersagen, werden E-Book-Reader in dieser Weihnachtssaison das am häufigsten verschenkte elektronische Produkt sein – das ruft nach einer schnellen Bewertung potenziell verletzter Verbraucherinteressen.“

Screenshot: Amazon

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