Elektroauto: Batteriewechsel statt tanken

Von am 14. Mai 2009 2 Kommentare 

better-place-battery-swap-demonstration-smallZur Akkuwechselstation fahren statt zur Tanke? Das Unternehmen Better Place führte in Japan vor, wie es gehen soll. Experten bleiben skeptisch.

Der frühere Software-Unternehmer, der es bis zum Vostandsmitglied von SAP brachte, treibt seinen Masterplan weiter voran. Mit einem Netz von Lade- und Akkuwechselstationen will seine Neugründung Better Place Elektroautos mit Strom versorgen. Mit der trickreichen Idee, Meilenkontingente für die Fahrzeuge zu verkaufen ähnlich den Minutenkontingenten der Mobilfunkbetreiber.

Ein wesentlicher Baustein dieses Plans sind die Batteriewechselstationen, die entlang stark befahrener Strecken entstehen sollen. In Yokohama veranstaltete Better Place eine praktische Vorführung mit einer Wechselstation, die auf den ersten Blick ähnlich wie eine High-Tech-Autowaschanlage wirkt. Eine Scherenhebebühne fährt hoch, holt die entleerte Batterie ab und ersetzt sie mit einer neuen. Das läuft minutenschnell ab, dauert weniger lange als Benzin zu tanken.

better-place-battery-swap-demonstration

Die Kosten für eine Batteriewechselstation: 500.000 US-Dollar. Das System soll mit verschiedenen Batterietypen für verschiedene Fahrzeuge umgehen können. Es könnte allerdings aufwändig und teuer sein, eine große Anzahl verschiedener Batterien zu unterstützen. Allein Chrysler stellte kürzlich fünf verschiedene Akkupacks für die eigenen Fahrzeuge vor.

Kritisch äußerten sich insbesondere die Vertreter von Autofirmen. Bill Reinert von Toyota argumentierte, die Akkus seien nicht für den häufigen Wechsel konstruiert. Problematisch sei der Schutz gegenüber Wettereinflüssen sowie die erforderliche Kühlung bzw. Beheizung. Sue Cischke von Ford gab zu Bedenken, eventuelle Probleme mit dem Batteriewechsel würden letztlich dem Hersteller und nicht Better Place angelastet.

Die Skeptiker beeindrucken den als charismatisch geltenden Agassi offenbar wenig. Er erklärte, seine Pläne auch allein mit Nissan-Renault als Partner durchziehen zu können.

(rl)

Abbildung: Better Place (Elektofahrzeug Nissan Rogue in Batteriewechselstation)

Zum Thema bei TecZilla:

Hawaii, das Elektro-Paradies

Teczilla über ElektroautosBusiness Insider

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Elektroauto: Batteriewechsel statt tanken”
  1. Roland Mösl sagt:

    Die Logistikprobleme für die jährliche Völkerwanderung – Urlaub an den südlichen Stränden Europas – ist gewaltig.

    Jede Autobahntankstelle benötigt etwa 1000 bis 2000 Wechselakkus um die leeren Akkus wieder zu laden in der Verkehrsspitzenzeit.

  2. Andreas sagt:

    Heutzutage kann man auch Grosse Akkus extrem schnell laden.
    UND…
    – Elektromobilität schafft extrem viele Arbeitspläzte.
    – an solchen tankstellen können akkus optimal geladen werden.
    – man kann, es muss aber nicht jeder seinen Akku gegen Pfand oder ähnlichem wechseln lassen.
    wenn man zeit hat kann man an der Raststätte in 40 minuten seinen akku voll laden; eine gute Möglichkeit sich auszuruhen zu essen oder etwas sport zu machen!

    Schlusswort
    Laden ohne Akkuwechsel UND Akkuwechsel müssen müssen an Jeder Tanke vorhanden sein.
    lieber einmal Milliarden ausgeben und sich dann ruhigem Gewissens zurücklehnen!
    P.S. Jeder Teilnehmer der Elektromobilität kann mit seinem Wagen zur Speicherung erneuerbarer Energien beitragen, nämlich dann wenn zB windkraftwerke zu viel energie produzieren UM dann wenn Windkraft (evtl. nachts) zu wenig Strom liefert, Den geforderten Stom ins Lokale Netz einzuspeisen raus kommt:
    der größte Energiespeicher/ Puffer Deutschlands
    nämlich ca. 50 Millionen PKW´s!
    Mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen!