Bundesregierung fördert Elektroautos – nicht

Von am 3. Mai 2010 2 Kommentare 

Die sinnfreie Abwrackprämie ist verpulvert, für eine elektrische Autozukunft wenig übrig: Die deutschen Autohersteller bleiben im Rückspiegel, die Bundesregierung ruft einen symbolischen Elektroauto-Gipfel aus

Wie sehr die deutsche Autoindustrie die Elektromobilität verschlafen hat, spricht der amtierende Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nicht aus. Nicht direkt. Er bestätigt es nur indirekt durch die ausgesuchte Begründung, warum er keine staatliche Kaufprämie für Elektroautos ausloben will:

“Ich kann doch keine Prämie für ein Auto ausloben, das noch gar nicht auf dem Markt ist. Aus deutscher Sicht würde das derzeit ohnehin eher ausländischen Herstellern nutzen. Ich möchte, dass unsere Förderung in erster Linie unseren heimischen Herstellern zugute kommt. Für eine Kaufprämie sehe ich in unserem Haushalt übrigens auch keine Mittel.”

Was seine heimischen Hersteller angeht, hat er recht. Während Hersteller wie Renault und Nissan schon bald mit veritablen Serien-Elektroautos vorfahren, sind von BMW, Audi und VW nur Showfahrzeuge zu sehen oder bestenfalls eine Mini-Serie von Mini E im Testparcours. Auch der allseits gerne als Autoexperte zitierte Ferdinand Dudenhöffer argumentiert umwegig gegen die Förderung von Elektrofahrzeugen: “Warum sollten wir dann Steuergeld dazu verwenden, damit jemand ein Elektroauto in einem Schwarzwalddorf in der Garage stehen hat?”

Ungerecht sei das, weil es eine Zukunftstechnologie willkürlich vor anderen wie etwa Biokraftstoff bevorzuge. Die Übersetzung könnte lauten: Biokraftstoff, auch wenn der Anbau vielleicht mit erheblichen Umweltschäden verbunden ist, erhält uns den Verbrennungsmotor.

Für eine Förderung von Elektroautos spricht sich dafür Opel-Chef Nick Reilly aus, der dank Chevrolet Volt / Opel Ampera schon bald elektrisch beschleunigen kann und davor warnt, dass Europa schon bald den Anschluss bei Elektroautos verliert. Er verweist auf andere Länder, die das Elektroauto mit 5.000 bis 6.000 Euro als direkte Kaufunterstützung fördern wollen: “Und nachdem die Regierungen die Elektrifizierung wollen, wäre es sinnvoll, die Nachfrage anfangs zu stimulieren, da revolutionäre neue Technologien zu Beginn immer teuer sind. Viele Regierungen in Europa wollen die Käufer von elektrischen Autos unterstützen. Es wäre ermutigend, wenn auch die Bundesregierung diesen Weg beschreitet.”

Zum Rückstand der deutschen Autoindustrie beim Elektroantrieb fällt ihm ein, dass die Entwicklung in China etwa zwei bis drei Mal so schnell verläuft. Daran wird mit Sicherheit auch die Symbolpolitik nichts ändern, die die Bundesregierung mit ihrem für heute ausgerufenen Elektroauto-Gipfel betreibt.

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Bundesregierung fördert Elektroautos – nicht”
  1. Anonymous sagt:

    Die umweltsündigende Abwrack-Präme war wirklich totaler Scheiß!
    Aber auch ein Förderung von Elektroautos wäre eine Förderung an unangebrachter Stelle: ein Elektroauto erzeugt mehr CO2-Ausstoß, als ein Verbrennungsmotor, wenn der Strom dafür konventionell hergestellt wird!
    Hinzu kommt die begrenzte Haltbarkeit der Akkus.

    Die Gelder hätte man lieber für eine regenerative Energiegewinnung einsetzen sollen – zumindest so lange, bis diese einen nennenswerten Anteil an der gesamten Energieerzeugen erreicht haben.

  2. Hamburger sagt:

    Statt Elektroautos werden zunächst mal die Laufzeiten der Atomkraftwerke gefördert – auweia. Die Hersteller geben inzwischen 10 Jahre Garantie auf die Akkus, siche rauch weil die Akkus dann nur noch einen Bruchteil kosten, sobald die Massenproduktion in den nächsten Jahren anläuft. Übrigens Nissan Leaf ist ausverkauft und wird in Deutschland gar nicht angeboten. Grund: fehlende Förderung.