Erster Unfall mit Googles Robocar

Von am 7. August 2011 1 Kommentar 

Google Robocar CrashUngeklärte Schuldfrage

Ich lese eben das erste Kapitel von Robopocalypse, natürlich auf einem E-Book-Reader. In Daniel H. Wilsons Roman, den Steven Spielberg verfilmen möchte, organisiert eine überlegene Künstliche Intelligenz alle Maschinen der Welt zu einem Vernichtungskrieg gegen die Menschheit. Alltägliche Dinge wenden sich gegen ihre Schöpfer, Autos ebenso wie Gebäude und Mobiltelefone. Aus dieser beschaulichen Lektüre reißt mich unsanft die Meldung über den ersten Unfall, den ein Robocar von Google verursacht haben soll. Die dank geballter Künstlicher Intelligenz selbstfahrenden Fahrzeuge sind bereits auf öffentlichen Straßen unterwegs, bislang zur Sicherheit oder auch nur aus rechtlichen Gründen begleitet von einem menschlichen Fahrer, der im Notfall übernehmen könnte wie ein Fahrlehrer.

Es sieht nach einem leichten Auffahrunfall aus, ganz alltäglich. Ein Google-Fahrzeug, erkennbar an den Aufbauten auf dem Dach, scheint sich dem Heck eines anderen Toyota Prius zu ungebremst genähert zu haben. Schnappschüsse davon fanden schnell ihren Weg zur autobegeisterten Website Jalopnik. Der erste Unfall nach 160.000 Meilen, die die Robocars auf kalifornischen Straßen zurücklegten, gab schnell Anlass zu wichtigen Fragen wie der, auf wessen Namen der Strafzettel zu lauten habe. Wer kassiert die Strafpunkte – Robocar, Begleitperson oder Google?

Das selbstfahrende Auto habe seine Zukunft bereits wieder hinter sich, kamen erste Kommentare auf, wer wolle jetzt noch Künstlicher Intelligenz vertrauen statt der eigenen überlegenen Fahrkunst? Aber auch diese Kommentare mussten schnell wieder umgeschrieben werden, nachdem Google Stellung dazu nahm und einen Menschen als Unfallverursacher identifizierte:

“Sicherheit ist unsere oberste Priorität. Eines unserer Ziele ist es, Auffahrunfälle dieser Art zu verhindern, der sich ereignete, während das Fahrzeug manuell von einem menschlichen Fahrer gesteuert wurde.”

Das spricht dann eher für weniger gefährliche Straßen, wenn sich das selbstfahrende Auto durchsetzt. Aus der Autobranche ist leise, aber beständig zu vernehmen, dass die Technologie dafür so gut wie einsatzbereit ist. Die großen Hersteller wagen es angeblich nur noch nicht, den entscheidenden Schritt zu gehen. Der Weg zum intelligenten, selbstfahrenden Auto führt daher wahrscheinlich über den Einsatz von immer mehr automatischen Fahrhilfen und Infotainmentsystemen, wie sie zunehmend in die Fahrzeuge integriert werden.

Inzwischen meldete sich bei einem Fernsehsender in San Francisco eine Autobesitzerin, die behauptete, auch ihr Fahrzeug und weitere seien in das Unfallgeschehen mit dem Robocar verwickelt worden, da immer noch ein Fahrzeug auf das nächste Fahrzeug geschoben wurde. Die Veröffentlichung eines offiziellen Unfallberichts steht noch aus.

Screenshot: Jalopnik

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Kommentare

Eine Stellungnahme zu “Erster Unfall mit Googles Robocar”
  1. 2ct sagt:

    “Das selbstfahrende Auto habe seine Zukunft bereits wieder hinter sich, kamen erste Kommentare auf, wer wolle jetzt noch Künstlicher Intelligenz vertrauen statt der eigenen überlegenen Fahrkunst?”
    Der erste Unfall nach 160.000 km – aller wie viel Kilometer machen Menschen statistisch einen Fahrehler, welcher zum Unfall führt?

    Das hier sicherlich nicht die Technik die Ursache für den Unfall ist, war eigentlich von vorn herein klar: die Auffahrsituation lässt sich technisch verhältnismäßig gut beherrschen – ist sind Menschen geradezu verdammt unterlegen zu sein!

    Aber das die “Auto-Autos” anscheinend schon so weit wären, serienmäßig eingesetzt zu werden ist echt beeindruckend. Wobei auch schon vor 10 Jahren gemunkelt wurde, dass die Autohersteller bereits das 3-Liter-Auto (gemeint ist der Verbrauch! ;) in der Schublade haben… gesehen hat man davon aber bisher noch nichts (mal abgesehen von der Modeerscheinung E- bzw. Hybrid-Auto).