Finnland: 32 legale Waffen auf 100 Einwohner

Von am 24. September 2008 1 Kommentar 

Die finnischen Politiker tönen wieder, sie wollten ihre Waffengesetze verschärfen. Wie schon beim letzten Amoklauf in einer Schule.

Das waren die üblichen Worthülsen und falschen Versprechungen, wie sich herausstellen sollte. Der Amokläufer von gestern, der an einer Berufsschule zehn Menschen aus dem Leben beförderte und dann sich selbst, hatte letzten Monat problemlos seinen Waffenschein erhalten. Letzten Montag bat ihn dann noch ein freundlicher Beamter zu einem Plauderstündchen, da ein Gewaltvideo des 22-jährigen im Internet doch ein wenig aufgefallen war. Der spätere Amokläufer durfte seine Knarre dennoch behalten, denn die Behörde sah “keinen Grund zum Einschreiten”.

Die nicht amtlich erfassten Schusswaffen mit eingerechnet, sollen sogar 56 Prozent der Finnen zuhause eine Knarre liegen haben. Finnland hat damit die höchste Quote an Waffennarren und Feuerwaffen nach den USA und Jemen. Was eine gute Voraussetzung für schulische Amokläufe ist, wie regelmäßig aus den USA zu erfahren. Im kleinen Finnland fand bereits einer (6 Tote) vor einem knappen Jahr im November 2007 statt. Auch damals konnte ein 18-jähriger Schüler seine Amokwaffe ganz legal erwerben, durch einen Schützenverein.

Damals hatte der finnische Ministerpräsident eine Überprüfung der Waffengesetze angekündigt. Zuvor hatte selbst die EU vergeblich versucht, die finnischen Waffennarren zügeln. Viel passiert ist seither offenbar nicht, denn die Reaktion der Politik erfolgte auch in diesem Jahr wieder fast gleichlautend. Ministerpräsident Matti Vanhanen kündigte “eine Initiative zur Verschärfung der als ausgesprochen liberal geltenden Waffengesetze” an.

Wie viele Amokläufe später lässt er den Spruch immer noch ab?

(bk)

Die Zeit

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  1. […] denen Schusswaffen besonders leicht zugänglich sind. Wie aus den USA und auch aus dem kleinen Finnland, das sich einer extrem hohen Waffendichte rühmen kann. Der Vater des Amokschützen von […]