Ford Sync spricht mit dem Fahrer

Von am 2. März 2011  

MyFord SyncKann 19 Sprachen und ist ab 2012 mit Ford Focus auch in Europa unterwegs

In den USA bietet Ford das sprachgesteuerte Infotainment-System bereits seit 2007 und in verschiedenen Modellen an. Schon rund 3 Millionen Fahrzeuge sind mit Sync unterwegs, aber erst ab 2012 dürfen Fahrer auch weltweit mit ihrem Fahrzeug reden. In Europa wird Focus im nächsten Jahr als erstes Modell mit Ford Sync ausgestattet.

Die mehrjährige Verzögerung hat mit Verständigungsproblemen zu tun, denn die Spracherkennung muss auf rund 10.000 Anweisungen reagieren. Beim Start waren es noch drei Sprachen, die inzwischen auf 19 Sprachen mit dem erforderlichen Vokabular erweitert wurden.

Laut Ford ist das so gut gelungen, dass beispielsweise ein deutscher Fahrer in Italien Navigationsanweisungen in seiner Heimatsprache zu hören bekommt, die Straßennahmen jedoch in der korrekten italienischen Aussprache. Sync musste auch einiges mehr lernen, als in den Schulwörterbüchern steht – bis hin zu den üblichen Abkürzungen, wenn über Sync eine SMS-Nachricht verschickt werden soll. Mark Porter, der die Produktentwicklung von Sync leitet:

“Wir mussten sicherstellen, dass das System sich verhält, wie es die Menschen in verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturen erwarten. Wir benötigten dafür mündliche Eingaben von Muttersprachlern mit den üblichen Abkürzungen in SMS-Nachrichten sowie verschiedene Maßeinheiten für Entfernungen und Datenformate.”

Ford Sync basiert auf Microsofts Embedded-Betriebssystem Windows CE, auf dem Ford jedoch mit eigener Bedienoberfläche und Funktionen aufsetzt. Es bietet auch optional die Bedienung über einen Touchscreen mit 8 Zoll Diagonale (“MyFord touch”), obwohl es in erster Linie für Sprachsteuerung geschaffen wurde. Es harmoniert sogar mit Apps, die auf Blackberrys und Android-Smartphones laufen, die aber ebenfalls per Sprache zu steuern sind, ohne den Blick von der Straße abwenden zu müssen.

Ford Sync ist nicht nur bei der Navigation behilflich mit gesprochenen Richtungsanweisungen. Es lässt mit Sprachbefehlen Musik auswählen, Telefongespräche führen, E-Mails abrufen oder auch zwischendurch eine Textnachricht diktieren und versenden. Sync setzt dabei nicht auf eigene Verbindungen, sondern greift über Bluetooth auf das Mobiltelefon des Fahrers zu.

Fords CEO Alan Mulally stellte das System auf der CeBIT in Hannover vor und beteuerte immer wieder, die Sprachsteuerung erhöhe die Sicherheit beim Fahren und lasse zugleich vielfältige Aktivitäten zu. Allzeit sicheres Fahren garantiere, immer die Hand am Lenkrad zu haben und den Blick stets nach vorne gerichtet auf das Verkehrsgeschehen. Ob so viel technisch umsetzbares Multitasking noch mit sicherem Fahren verträglich ist, sehen allerdings manche Forscher anders, die auch bei sprachgesteuerten Aktivitäten von einer erheblichen Ablenkung ausgehen.

Sollte es zum Crash kommen, Sprachsteuerung hin und Multitasking her, verspricht Ford wiederum schnelle Hilfe mit einem besonderen Sicherheitsmerkmal. Ein automatischer Notrufassistent wählt dann die lokale Notrufzentrale an und meldet den Unfall sowie den per GPS ermittelten Ort – in der jeweiligen Landessprache, wenn man in einem anderen Land unterwegs sein sollte.

Abbildung: Ford

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