Freescale: Netbook für 200 Dollar, Akku hält 8 Stunden

Von am 5. Januar 2009  

Diese vollmundige Ankündigung illustrierte der Chiphersteller auch noch mit der Abbildung eines Netbooks inklusive Touchscreen und Apples Betriebssystem Mac OS X. Ruderte aber gleich wieder zurück, zumindest was das mögliche Apple-Netbook angeht.

Nein, es gebe keinerlei Querbeziehung zwischen Freescale und möglichen Netbooks von Apple, von denen bereits seit längerem geraunt wird, so sehr Steve Jobs auch davon abzulenken versuchte. Hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter. Tatsächlich geisterte diese Illustration schon länger durch das Netz, wurde von Freescale nur eben benutzt, um die bildhafte Phantasie von Journalisten anzuregen, was denn auch bestens gelang.

Halt, das mit den tollen neuen Netbooks war doch ernst gemeint. Freescale Semiconductor, die einzige Chipsparte von Motorola, hat auf Grundlage der ARM-Architektur einen Prozessor mit der Bezeichnung i.MX515 entwickelt. Ein hochintegrierter System-on-a-Chip (SoC). Verwendung finden soll er in Netbooks mit dem Open-Source-Betriebssystem Linux, besonders zu empfehlen sei Ubuntu Linux.

Größter Vorzug gegenüber einem mit Intels Atom-Chip und dem erforderlichen Chipset bestückten Netbook wäre der vergleichsweise geringe Strombedarf. Freescale stellt daher mobile Kleinstrechner mit 8,9-Zoll-Display für weniger als 200 $ in Aussicht, die zugleich für eine Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden gut sein sollen. Das sind immerhin die beiden wichtigsten Kriterien für millionenfach absetzbare Netbooks.

Das Referenzdesign, nach dem OEM-Hersteller Netbooks mit i.MX515 produzieren könnten, gibt es schon. In die Serienproduktion soll Freescales Wunderchip in der zweiten Jahreshälfte gehen.

(bk)

Weitere Einzelheiten in der Pressemitteilung von Freescale:

AUSTIN, Texas – 5. Januar 2009 – Mit einer ganzheitlichen Lösung für Netbooks, die sich durch ein 8,9″-Display, eine Funktionsdauer von acht Stunden pro Batterieladung und einen Preis von weniger als US$200 auszeichnen, stößt Freescale Semiconductor in das rasch wachsende Netbook-Marktsegment vor.

Die auf dem neuen i.MX515-Prozessor mit ARM Cortex™-A8-Technologie basierende Freescale-Lösung umfasst eine eindrucksvolle Palette von Software, Komponenten und Ressourcen, mit deren Hilfe OEMs in kürzester Zeit attraktive Netbook-Produkte entwickeln und auf den Markt bringen können.

Ein umfangreich ausgestattetes Netbook-Referenzdesign auf Basis des i.MX515 ist ab sofort erhältlich. Das in Zusammenarbeit mit Pegatron entstandene Referenzdesign beinhaltet den i.MX515-Prozessor, das Ubuntu®-Betriebssystem von Canonical, ein neues Leistungsmanagement-IC von Freescale, den extrem Strom sparenden Audio-Codec SGTL5000 sowie die Adobe® Flash® Lite™-Software, Adobes Flashplayer für Handys und Mobilgeräte.

“Die Kunden verlangen nach preiswerteren und leistungsfähigeren Lösungen, und daher sehen wir für uns ein riesiges Geschäftspotenzial im Netbook-Markt,” erklärte Lisa Su, Senior Vice President und General Manager der ‚Networking and Multimedia Group‘ im Hause Freescale. “OEMs werden mit unserer speziell auf Netbooks zugeschnittenen Lösung in der Lage sein, attraktive Produkte mit einer Batterielebensdauer zu entwickeln, die nahezu der eines Handys entspricht – und das zu einem extrem aggressiven Preis. Wir sind der festen Ãœberzeugung, dass die Lösung rund um den i.MX515-Prozessor die Evolution in diesem aufregenden neuen Segment dramatisch beschleunigen wird.”

Nach Einschätzung der Marktforscher von ABI Research werden Kunden im Jahr 2013 140 Millionen Netbooks kaufen, während 2008 lediglich 15 Millionen abgesetzt wurden. Netbooks, deren Preis heute zwischen US$300 und US$400 liegt, sind hoch integrierte, aber auf das Wesentliche reduzierte Geräte, deren Leistung in erster Linie auf internetbasierte Aktivitäten wie Social Networking, das Surfen im Internet, das Senden und Empfangen von eMails und andere weit verbreitete Aufgaben ausgelegt ist.

“Wie schon aus dem Weihnachtsgeschäft 2008 ersichtlich war, explodiert der Markt für Netbooks geradezu. Kunden verlangen nach preiswerten und kompakten Geräten, mit denen sie Routineaufgaben wie die Pflege sozialer Kontakte oder Einkäufe im Internet erledigen können,” ließ Philip Solis, Chefanalyst bei ABI Research, wissen. “Der Netbook-Markt steckt heute noch in den Kinderschuhen, eröffnet aber für Unternehmen wie Freescale ein gigantisches Geschäftspotenzial. Mit zunehmender Verfügbarkeit von Plattformen für Netbooks werden die Preise sinken und so dem Markt weitere Wachstumsimpulse verleihen.”

So profitiert der Netbook-Markt von der ARM-Technologie
Der neue, auf einer 65-nm Prozesstechnologie gefertigte i.MX515 von Freescale verfügt über einen integrierten ARM Cortex-A8-Rechenkern und liefert bis zu 2100 Dhrystone-MIPS. Die Rechenleistung lässt sich von 600 MHz bis über 1 GHz skalieren. Der i.MX515-Prozessor wartet mit ausgefeilten Leistungsmanagementfunktionen wie einem speziellen Hardware-Beschleunigerblock für die Videoverarbeitung auf. Die Funktionsdauer pro Batterieladung steigt dadurch deutlich, und Lüfter und Kühlkörper können ersatzlos entfallen.

Mit hoch integrierten Bausteinen auf preiswerten Platinen hat Freescale seine Lösung auf minimalistische Materialkosten getrimmt. Gesteigert wird die Kosteneffizienz des i.MX515 noch durch die Tatsache, dass er über ein Memory-Interface verfügt, das sowohl DDR2 als auch mobile DDR1 unterstützt. mobile DDR1 eignet sich grundsätzlich am besten für extrem Strom sparende Internetgeräte, aber DDR2 ist für Netbooks vorzuziehen: es ist zwar etwas weniger Strom sparend, aber die Kosten liegen deutlich günstiger. Während der i.MX515 beide Standards unterstützt, sind die meisten der Cortex-A8-Plattformen von anderen Anbietern nur für DDR1 konzipiert, so dass der Entwickler über weniger Sparpotenziale verfügt.

Der i.MX515 gehört zu den wenigen Prozessoren, die sowohl über einen OpenVG- als auch einen OpenGL-Grafikkern verfügen. Im Sinne eines optimalen Eindrucks beim Kunden werden 2D- und 3D-Grafiken ebenso unterstützt wie Flash und SVG. Für den Adobe Player erstellte Videos zählen zu den heute meist verbreiteten Videoformaten im Internet. Freescale arbeitet zusammen mit Adobe daran, die Adobe-Software auf dem integrierten OpenVG-Grafikblock lauffähig zu machen. Dies wirkt sich positiv auf die Funktionsdauer pro Batterieladung aus und gewährleistet auch auf Netbooks ein Surferlebnis, das dem eines herkömmlichen PCs in punkto Funktionsumfang und Reaktionszeiten in nichts nachsteht.

Freescales neue Leistungsmanagementtechnologie für Netbooks
Das neue Leistungsmanagement-IC (PMIC) MC13982 stellt eine Schlüsselkomponente der Netbook-Lösung von Freescale dar. Für das MC13982 wurden diverse diskrete Funktionen in einem integrierten Baustein kombiniert. Das PMIC trägt in hohem Maße zu einer Größen- und Gewichtsreduktion der Endprodukte bei und sorgt mit seinen innovativen Leistungsmanagement- und Steuerungsfunktionen für maximale Batterielebensdauer. Der Baustein beinhaltet ein Batterieladesystem, vier einstellbare Spannungswandler für die Versorgung von Prozessorkern und Speicher, zwei Spannungswandler für die Hintergrundbeleuchtung von LCD-Displays und die Ansteuerung von RGB LED-Displays sowie Treiber für serielle Backlights für Display und Tastatur.

Die Adobe Flash Plattform
Die Adobe Flash Plattform hat sich als de-facto-Standard für neue Applikationen, Inhalte und Videos im Internet etabliert. Der Adobe Flash Player bzw. Adobe Flash Lite™ sind auf mehr als 98 Prozent der mit dem Internet vernetzten Computer bzw. auf mehr als 800 Millionen Geräten installiert. Weltweit liefern sie mehr als 80 Prozent aller Internet-Videos auf die jeweiligen Geräte und stellen dabei sicher, dass dem Kunden Inhalte und Applikationen im gewünschten Format zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zur Adobe Flash Plattform erhalten Sie unter www.adobe.com/flashplatform

Verfügbarkeit
Ein Netbook-Referenzdesign ist ab sofort von Freescale erhältlich. Das Unternehmen bemustert aktuell Schlüsselkunden aus dem Netbook-Segment mit dem i.MX515-Prozessor und dem Leistungsmanagement-IC MC13982. Die Stückzahlenproduktion für den i.MX515 soll im zweiten Quartal 2009 aufgenommen werden und damit die Grundlage für Netbooks bilden, die für das Weihnachtsgeschäft 2009 in den Regalen stehen werden.

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