Geschmackstest: LG BL40 Newchocolate

Von am 21. Dezember 2009 1 Kommentar 

LG BL40 EnsembleEs ist kein echtes Smartphone, aber doch ziemlich smart. Die neue Schoko-Edition von LG lockt mit Multitouch, Multitasking, Widescreen-Display und mehr.

Es glänzt pianoschwarz wie das erfolgreiche erste Chocolate-Handy von LG, aber ins Rennen mit Iphone und der Androiden-Armada startet BL40 Newchocolate nicht. Dafür fehlt ein App Store und die breite Palette von Anwendungen, mit denen Drittanbieter den Nutzen erweitern. Die Definition eines Smartphones erfüllt es nicht, geht aber weit über das hinaus, was seit kurzem feature phone heißt, und ist schon gar kein dumb phone.

Was es kann, macht es richtig. Es sieht nicht nur auf den ersten Blick gut aus, sondern bietet unter Glas ein kapazitives Display, das mit seiner Diagonale von 4 Zoll und Auflösung von 800 x 345 Pixeln im Verhältnis 21:9 für eine ungewöhnlich scharfe Darstellung sorgt.

Das für ein Handy ungewöhnliche Breitformat beeindruckt bei Videos, wenn sie das Widescreen-Format nutzen können. Es fällt auch leichter, beim Surfen eine Webseite in voller Breite zu sehen. Sie ist dank Multitouch mit pinch and zoom ähnlich wie bei Apples Iphone auf die passende Größe zu bringen, obwohl es sich weniger flüssig anfühlt. Flash wird offenbar nur unvollkommen unterstützt, YouTube bleibt außen vor. Die Surfgeschwindigkeit kann ebenfalls nicht beeindrucken, obwohl mit UMTS / HSDPA beschleunigt.

Mit den Maßen 128 x 51 x 11 mm ist es ausgesprochen schlank und taschenfreundlich, wiegt aber mit 129 Gramm doch etwas mehr als eine Tafel Schokolade. Eben ein überlanger Schokoriegel.

S-Class animiert

LG bleibt mit seinen Handys einerseits Windows Mobile treu, setzt aber zugleich auf Googles Android und mit diesem Mobiltelefon weiterhin auf ein proprietäres Betriebssystem. Als Bedienoberfläche für BL40 lockt S-Class mit 3D-Animationen. Abwechslung gibt es schon beim Entsperren, mit einem Fingerwisch nach oben lüftet sich der Homescreen. Die integrierte Neigungserkennung sorgt für eine virtuelle Tastatur im Querformat.

LG BL40 flat

Das von LG Arena und anderen Modellen bekannte GUI wurde weiter animiert und lädt zu intuitiver Bedienung ganz ohne Handbuch ein. Das Cube-Interface hat sich hin zu einem 3D-Quader geweitet, auf dessen Flächen sich die vier Homescreens für Widgets, Browser, Kontakte und Shortcuts abbilden.

Das Multitasking ist brauchbar, bleibt aber dennoch in Grenzen. “Maximale Zahl Anwendungen erreicht” heißt es zum Beispiel schon mit Hauptmenü und fünf weiteren Anwendungen, darunter so einfache wie Wecker, Anrufprotokoll und E-Mail.

Zu spielen gibt es mit vorinstallierten Anwendungen von Electronic Arts (Monopoly World), Gameloft (Bubble Bash Demo) und Eigenentwicklungen von LGE (Racing Time). Das unvermeidliche Tetris fehlt nicht, nach dem “atemgesteuerten” Bubble Breeze erlaubt ein weiteres Spiel das “Angeln mit echten Bewegungen”

Features

Kann man damit auch telefonieren? Das ist gar kein Problem, Sprachqualität und Verbindungen entsprechen den berechtigten Erwartungen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass wirklich alles über den Touchscreen geht, auch die Annahme und das Beenden eines Gesprächs.

Der Audioausgang in 3,5 mm gibt in einer Qualität aus, die auch den zusätzlichen Kauf höherwertiger Kopfhörer nicht bereuen lässt. Bluetooth verfügt über das Profil AD2P für Stereo. Musik- wie Videoplayer sind gut zu bedienen und verfügen von Haus aus über die wichtigsten Formate, zum Beispiel auch über DivX (mit 720p) und XviD.

LG BL40Mit verbaut sind TV-Out, Dolby Mobile, WLAN, Bluetooth, SD-Card-Reader, UKW-Radio (mit Kopfhörerkabel als Antenne), A-GPS. Die 5-Megapixel-Kamera liefert ordentliche Bilder, was von den Videoaufnahmen eher nicht zu sagen ist. Die Navigation von Wisepilot ist nur als Testversion für 30 Tage mit BL40 gebündelt, mit an Bord ist aber auch Google Maps.

Der etwas unterdimensionierte Akku kommt bei intensiver Nutzung gerade so durch den Tag. Zu laden ist er über Micro-USB, den kommenden Standard, zu dem sich fast alle bedeutenden Hersteller verpflichtet haben. So erfreulich das ist, verzögerte es den Test. Der Hersteller hatte das Kabel versehentlich nicht mit eingepackt, und im Gegensatz zum bereits etablierten Mini-USB ist die Micro-Variante noch in kaum einem Laden zu haben.

Angekündigt mit 550 Euro, ist BL40 Newchocolate heute ab rund 350 Euro zu haben.

Fazit

Kein Über-Handy für den Geek, obwohl die verbaute Technik auch das hergäbe. Eher ein Style-Handy für Individualisten, die ihren eigenen Geschmack beweisen und nicht wie alle anderen ein Iphone aus der Tasche ziehen wollen.

(bk)

Abbildungen: LG

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Kommentare

Eine Stellungnahme zu “Geschmackstest: LG BL40 Newchocolate”
  1. M sagt:

    “kapazitatives Display”

    Naja..wir wissen was du meinst :)