Google-Alarm!

Von am 28. Juli 2010  

Ein Plug-in für Firefox und Chrome warnt vor übertragenen Daten

Wir erinnern uns, die Kunstaktivisten von F.A.T. hatten sich bereits zu Zeiten der ersten Google-Alarmrufe von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Inszenierung geleistet, ein “Spähauto” Googles mit einem GPS-Sender versehen zu haben. Sie stellten den Weg des Fahrzeugs auf einer Online-Karte dar, während es angeblich Aufnahmen für Google Street View aufzeichnete. Und ja, weltweit fielen Medien darauf herein und berichteten ernsthaft über den Fake. Die Künstler von F.A.T. (“Free Art & Technology”) bedankten sich dafür mit einem netten Video, das sie zeigte, wie sie sich mit heruntergelassenen Hosen dem angeblichen Spähauto stellten, begleitet von lautstarken “Fuck Google!”-Rufen. Ist eben nicht so einfach, sich in der Kunstwelt einen Namen zu machen.

Weil das so gut geklappt hat, legen sie jetzt nach mit dem Plug-in Google Alarm für Firefox und sogar Googles eigenen Webbrowser Chrome, das angeblich darauf aufmerksam macht, dass “dieses einzelne unregulierte Unternehmen jetzt mehr Informationen über uns sammelt, als es eine Regierungsbehörde jemals könnte”.

Tatsächlich meldet es einfach mit nervendem Getröte, wenn eine Webseite mit einem Google-Dienst verbunden ist, ob das nun ein YouTube-Video ist, eine über Doubleclick eingespielte Werbung oder eine eingebettete Google-Suche. Zum Glück müssen wir das unangenehm an die ausklingenden Vuvuzelas gemahnende Plug-in nicht installieren, zumal es weniger als nichts beiträgt, um mögliche Datenschutzprobleme zu erhellen. Schon das Video von Entwickler Jamie Dubs hält wirksam davon ab – es sei denn, man kommt von den Vuvuzelas nicht weg.

Ein ernsthafter Verriss dieses Pseudo-Werkzeugs ist zum Glück auch nicht mehr zu leisten, weil es den schon gibt. Ich schließe mich der Empfehlung für das Firefox-Plug-in Ghostery an, falls jemand mehr über Tracker auf Websites wissen will (und sie damit bei Bedarf auch blockieren kann).

Es gibt noch Erstaunlicheres zu berichten. Weiter als die Kunstdarsteller und ihr Fehlalarm sind inzwischen US-Politiker, die sich in einer Senatsanhörung Google, Apple, Facebook und den Mobilfunkanbieter AT&T zur Brust nahmen. Eine überfällige Gesetzesinitiative steht an, die im besten Fall ein klares Opt-in der Benutzer für jede Datenweitergabe voraussetzt anstelle unklarer Datenschutz-Standards.

Screenshot: Jamie Dubs

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