Google Chrome integriert Flash Player

Von am 31. März 2010  

Google bestätigt die enge Integration von Adobe Flash in den Chrome-Browser und schlägt eine neue API-Generation für Browser-Plugins vor

Wenig amüsiert über diese Nachricht dürfte Apple-CEO Steve Jobs sein, der Flash bereits voreilig für tot erklärte, aus welchen strategischen Gründen auch immer. Die Ankündigung erfolgte im Chromium Blog mit einer harmlos klingenden Überschrift, die “verbesserte Unterstützung für Adobe Flash Player in Google Chrome” versprach. Mit Flash soll das meistgenutzte Plugin für Webbrowser integriert und gleich beim Download mitgeliefert werden. Das gilt ab sofort für die Entwicklerversion, baldmöglichst für alle Nutzer von Chrome.

Damit entfällt nicht nur die getrennte Installation des Players, vielmehr erfolgen auch künftige Updates für Flash Player über die automatische Aktualisierung von Chrome. Das erspart einerseits weitere manuelle Downloads, reduziert aber vor allem die Sicherheitsrisiken. So verbreitet Flash nicht nur für Videowiedergabe, sondern auch für eine breite Palette von Webanwendungen ist, so beliebt ist es auch als Angriffsziel von Malware. Zur weiteren Sicherung wollen die Chromium-Entwickler in Zusammenarbeit mit Adobe die Chrome-”Sandbox” auf Webseiten mit Flash-Inhalten erweitern.

Das war die nach Gerüchten erwartete Meldung. Das ist aber nicht alles, denn Google geht zugleich gezielt das traditionelle Plugin-Modell für Browser an, das in seinen Fähigkeiten zu begrenzt und unterschiedlich über verschiedene Browser und Betriebssysteme hinweg sei. Das führe zu Inkompatibilitäten, verringerter Performance und nicht zuletzt Sicherheitsproblemen. Für Abhilfe sorgen soll eine neue API (Application Programming Interface):

“Deshalb arbeiten wir zusammen mit Adobe, Mozilla und der breiteren Community zusammen, um bei der Definition der nächsten Generation einer Plugin-API für Browser zu helfen. Diese neue API soll die Mängel des gegenwärtigen Plugin-Modells für Browser beheben. Es gibt viel zu tun, und wir wollen damit anfangen.”

Adobe scheint nach den harten Apple-Schmähungen und der Flash-Ausgrenzung in iPhone sowie iPad ausgesprochen erleichtert zu sein. Ein Vorzeigeprojekt nennt Adobe in einer gleichzeitigen Erklärung die “robuste Integration zwischen Chrome und Flash Player, um Innovation zu beschleunigen und das Web nach vorne zu bringen”.

Abbildung: Chromium.org

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