Google greift mit Chromebooks an

Von am 12. Mai 2011 4 Kommentare 

Chromebooks Acer SamsungAb 349 US-Dollar, ab 15. Juni auch in Deutschland

Nur noch schätzungsweise 20 Prozent der Google-Mitarbeiter nutzen Computer mit Microsoft Windows, erklärte Sergey Brin heute während der Entwicklerkonferenz Google I/O. So ähnlich soll es möglichst bald auch außerhalb des Googleplex aussehen, denn Googles Mitgründer hält Betriebssysteme wie Windows für längst überholt:

“Es ist quälend kompliziert für die Benutzer da draußen, ihre Computer zu verwalten. Es ist ein von Grund auf fehlerhaftes Modell. Chromebooks sind ein neues Modell.”

Die heute enthüllten Chromebooks von Acer und Samsung laufen mit Googles minimalistischen Betriebssystem Chrome OS. Es basiert auf einem radikal verschlankten Linux für den Schnellstart innerhalb von acht Sekunden, der über den Browser Chrome direkt ins Web führt. Alles fürs Web optimiert, argumentiert Google, anders als die Betriebssysteme der Vergangenheit (“die Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit von Chrome ohne die Kopfschmerzen von Betriebssystemen, die vor 20 bis 30 Jahren konzipiert wurden”).

Chromebook Samsung Series 5 WLAN

Chromebook Samsung Series 5 WLAN

Die ersten Chromebooks liefern Samsung und Acer ab Mitte Juni. Sie besetzen gezielt einen Platz zwischen den bisherigen Kategorien von Netbooks und Notebooks. Einerseits sind die für Netbooks typischen Dual-Core-Prozessoren aus Intels Atom-Palette verbaut. Statt herkömmlicher Festplatten kommen in den Chromebooks schnelle SSD-Laufwerke mit jeweils 16 GB Kapazität zum Einsatz. Andererseits verfügen sie über Displaydiagonalen von 11,6 bis 12,1 Zoll, verbunden mit einer akzeptablen Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Sie halten ein tragbares Gewicht von 1,34 / 1,48 und versprechen Akkulaufzeiten von 6 (Acer) oder sogar mindestens 8,5 Stunden (Samsung).

Die Markteinführung erfolgt am 15. Juni in den USA, Deutschland und weiteren europäischen Ländern. In den Verkauf kommen die Chromebooks online über Amazon sowie über bekannte Elektromarktketten. Die Preise beginnen bei Acer mit 349 US-Dollar für ein Chromebook mit WLAN, während Samsung 429 Dollar (WLAN) und 499 Dollar (3G) ansetzt. In Deutschland gibt es für alle Chromebooks mit integriertem 3G-Slot als kostenlose Zugabe eine “Flat Internet” von Simyo mit jeweils 1 GB Traffic für die ersten drei Monate.

Google hat sich darüber hinaus ein Abomodell einfallen lassen. Hardware und Support kosten für Schulen monatlich 20 US-Dollar, für Unternehmen 28 US-Dollar je Nutzer. Mit inbegriffen sind Support, eine Cloud-Management-Konsole für die Verwaltung von Geräten und Nutzern, Austausch defekter Geräte als Garantieleistung und regelmäßige Erneuerung der Hardware.

Abbildungen: Google, Acer, Samsung

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Kommentare

4 Stellungnahmen zu “Google greift mit Chromebooks an”
  1. Kohloe sagt:

    gute Idee, aber..

    Ich stell mir das vor wie das auf “neuen” Laptops als zweitbetriebssystem SmartOS. Startet innerhalb von <10 Sekunden, besitzt einen Browser und andere Kleinigkeiten.
    Surfen schön und gut, aber ernsthaftes Arbeiten kann man mit Chrome OS wohl vergessen oder?

    Programmieren, Rechtschreibkorrektur, Bildbearbeitung. Man kann doch nicht einfach alles was Leute in ~10 Jahren an Anwendungen veröffentlicht haben mit einem kleinen Chrome OS ersetzen. Wenn ich nur mal ganz kurz surfen möchte, dann nehm ich mein Handy.

    Für Spiele, Messenger, DJing, Outlook und Vmware meinen Rechner.

    In dem Artikel kam jetzt nicht die Besonderheit von Chrome OS rüber. Eine Bootzeit von unter 20 sekunden hab ich auch bei meinem billig HP Laptop, aus dem Ruhezustand noch weitaus weniger.

    (Ich weiß dass es Chrome OS (verlatete Version?) als freien Download bei chip.de und Co. gibt, getestet hab ich es nicht)

  2. ihm sagt:

    Warum hat Sergey Brin nicht gesagt mit was für Betriebssystemen die Windows-Verweigerer bei Google arbeiten? Doch wohl kaum mit Chrome OS.

    Etwa mit diesem hier??? Siehe http://www.9to5mac.com/66525/at-google-io-everybody-uses-mac-notebooks-even-google/

  3. Justus sagt:

    Ein recht teures Gerät, mit dem man vieles nicht machen kann, weil schlicht die Anwendungen fehlen. Ob sich daran je etwas ändert? Ich bin nicht optimistisch genug, um ein solches Gerät zu kaufen.

    Schade, dass der Artikel jegliche objektive Kritik vermissen lässt. Aber es handelt sich ja hier auch nicht um ein Apple- oder Microsoft-, sondern um ein Google-Produkt… ;-)

  4. nix für mich sagt:

    Ich kann den bisherigen Meinungen nur zusteimmen!

    Günstig sind die Geräte, für das, was sie leisten, bei weitem nicht. Nur das Abomodell könnte interessant sein – und genau hier sehe ich das größte Problem:
    In der Schule sollte man auch noch etwas lernen – und nicht NUR im Netz surfen!
    Wer stellt heutzutage noch jemanden ein, der nicht mit dem Brot- und Butter-OS von Winzigweich umgehen kann? Auch wenn sich hier der Markt etwas in Richtung ChromeOS verschieben sollte (was ich nicht hoffe), in Unternehmen, wo teuere Spezialanwendungen unter Windows laufen, wird dieses System noch sehr lange erhalten bleiben.
    Text-Verarbeitung und andere Bürosoftware sollte man in der Schule zumindest mal gesehen und bedient haben – und nicht nur ein paar Google WebApps.
    Und gibt es überhaupt einen Editor zum Programmieren….? ( von einem Compiler ganz zu schweigen!)

    Naja, heutzutage wird im Informatikunterricht (wie man so hört) schon gar nicht mehr richtig programmiert. Echt, schon deswegen sehe ich hier schwarz!
    – Da kann man eigentlich nur hoffen, dass ChromeOS floppt…