Gott hat einen Plan für Alaska (und Sarah Palin)

Von am 10. September 2008  

Als säkulare Europäer, schlimmstenfalls in einem fundamentalistischen katholischen Haushalt aufgewachsen, haben wir gewisse Verständnisprobleme, was die Verflechtung der US-Politik mit christlichem Sektierertum angeht. Wundern uns über eine Alaska regierende Vizepräsidentschaftskandidatin namens Sarah Palin, die Ölbohrungen in Naturschutzgebieten sowie den Irakkrieg für gottgewollt hält.

Aufklären könnte uns das Propaganda-Video einer Kirchengemeinde, der auch Frau Palin angehörte, zur Rekrutierung gottgefälliger Jugend, die sich für die „Master’s Commission“ ein Jahr ganz in den Dienst des göttlichen Auftrags stellen soll. Das Video illustriert im Stil eines Trailers für einen Weltuntergangsfilms, wie sich die Wasilla-Gemeinde „Gottes Plan für Alaska, die Vereinigten Staaten und die ganze Welt“ vorstellt.

Die 1952 gegründete „Wasilla Assembly of God“ steht in der Tradition der pfingstgemeindlichen Erweckungsbewegung. Sarah Palin wuchs in ihr auf, wurde später Bürgermeisterin der kleinen Stadt und ließ als Gouverneurin die Straße, in der sich die Gemeindekirche befindet, nach dem Namen ihres Gründers umbenennen. Sie gehörte der göttlichen Wasilla-Versammlung bis 2002 an und wurde in ihren gesellschaftlichen und politischen Ansichten gründlich von ihr geprägt. Die Gemeinde selbst hebt hervor, dass die Gouverneurin noch immer in freundschaftlicher Verbindung zu ihr steht und auch seither Konferenzen und Versammlungen besucht, sogar eine Rede in der Kirche gehalten hat.

Noch mehr Videos zur religiösen Erbauung? Aber bitte:

Sarah Palin lässt für Alaska-Pipeline und ihres Gottes Irakkrieg beten

Sarah Palins Kirche betet für ihre Wahl

(bk)

Wasilla Assembly of God (offizielle Homepage)

Wikipedia: Wasilla Assembly of God

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