Hirndoping – ja, bitte

Von am 12. März 2010 2 Kommentare 

Sagen 80 Prozent deutscher Schüler und Studenten in einer Umfrage

Vier Prozent der befragten 1035 Schüler und 512 Studenten haben es bereits getan. Sie bekannten, mit legalen wie illegalen Substanzen versucht zu haben, ihre geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Um Aufmerksamkeit, Konzentration und Wachheit zu steigern, griffen sie vor allem zu Mitteln, die eigentlich als Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen bestimmt sind. Etwa mit dem Wirkstoff Modafinil, der Narkoleptiker wachhalten soll, oder mit Methylpehnidat, das vor allem unter dem Markennamen Ritalin bekannt und zur Behandlung eines ausgeprägten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS) zugelassen ist.

Neben diesen neuropharmakologischen Mitteln griffen manche auch zu nicht nur verschreibungspflichtigen, sondern von vornherein illegalen Psychostimulantien wie Kokain, Amphetaminen und Ecstasy. Nicht zum Hirndoping hingegen zählen die Forscher Alltagsdrogen wie Kaffee (mein Dutzend Espressi täglich sind also okay, ehrlich?) oder Präparate wie Ginkgo biloba.

In den USA sollen sogar rund acht Prozent der Studenten zumindest versuchen, mit Tabletten ihre kognitiven Fähigkeiten zu steigern. Nach einer Umfrage der Zeitschrift Nature liegt der tatsächliche Konsum unter Akademikern sogar bei zwanzig Prozent.

Leistungsdruck hilft nach beim Streben nach Neuroenhancement. Noch halten die Furcht vor Nebenwirkungen oder auch erschwerter Zugang die meisten vom Einsatz solcher Mittel ab. Grundsätzliche Bedenken scheinen es aber schon lange nicht mehr zu sein. Über 80 Prozent der befragten Schüler und Studenten waren bereit, eine Pille zu nehmen, wenn sie garantiert frei ist von Nebenwirkungen und möglichen Langzeitfolgen. Nur noch elf Prozent wollten auch dann noch ganz auf ihre Natur vertrauen und auf die Leistungsteigerung mit Tabletten verzichten.

Abbildung: Dierk Schaefer / CC

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis



Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Hirndoping – ja, bitte”
  1. Kohloe sagt:

    Mein fpsbrain ist schon fast augebraucht 😀

  2. A. Kohler sagt:

    Nur als Anmerkung: Methylphenidat ist zur Behandlung einer ADS bzw. ADHS nur bei Kinder zugelassen. Die Zulassung endet derzeit noch mit dem vollendeten 18. Lebensjahr des Patienten.