HP setzt WebOS für Tablets, Netbooks und Drucker ein

Von am 19. Mai 2010  

Die Palm-Übernahme führt zu einem Strategiewechsel bei HP: WebOS nicht nur für Smartphones, sondern auch für Tablets – und nicht zuletzt Drucker

Bei einer Konferenz zu den aktuellen Quartalszahlen bestätigte Mark Hurd, President und CEO von HP, worüber zuvor spekuliert wurde:

“Bei der vorgeschlagenen Übernahme geht es nicht einfach um Smartphones, wie ich von einigen gelesen habe. Wir sehen es strategisch viel breiter. Wir erwarten, dass wir WebOS in einer Anzahl von Formfaktoren einschließlich ‘Slates’ und mit dem Web verbundenen Druckern umsetzen können.”

Wie auch hier bereits vermutet, dürfte Palm schon länger an einem Tablet-PC mit WebOS gearbeitet haben, was einen Marktstart bei HP noch in diesem Jahr realistisch erscheinen lässt. Details und einen Zeitpunkt nannte der HP-Chef noch nicht, fand aber zugleich noch ein paar freundliche Worte für Microsoft nach den offenbar gestoppten Plänen für HP Slate mit Windows 7. Microsoft bleibe auch nach dem Strategiewechsel in Sachen Tablets ein wichtiger Partner für HP.

“Microsoft steht vermutlich für eine der besten Beziehungen unseres Unternehmens, und sie sind immer noch äußerst wichtig für uns. Es gibt jedoch ein paar Formfaktoren, die sehr attraktiv sind. Und es sind diese kleinen Formfaktoren, bei denen das mit Palm erworbene IP viel bringen kann.”

IP steht in diesem Zusammenhang für Intellectual Property, also für Palms Hardwarekonzepte, Software und Patente. WebOS war laut Hurd der entscheidende Grund für die Palm-Übernahme. HP benötige ein gemeinsames Betriebssystem für die vielen verbundenen Geräte im Produktportfolio:

“Es hat wirklich mehr mit dem geistigen Eigentum zu tun und der Tatsache, dass es sich um eine große Familie von miteinander verbundenen Geräten handelt quer durch das HP-Ökosystem. Und wir denken dabei an Drucker, wir haben jetzt eine ganze Serie von Web-verbundenen Druckern, und während sich sich mit dem Web verbinden, beöntigen sie ein OS.”

HP könnte Palms App Store für Drucker und weitere Geräte einsetzen, deutete Hurd an. Bleibt nur noch die Frage, wie sich ein Drucker mit dem für Smartphones entwickelten Betriebssystem nützlich machen soll. Matthew Miller hat sich bei ZDNet schon ein paar Dinge einfallen lassen für den Drucker mit Touchscreen und WebOS:

“Stellen Sie sich vor, Sie nutzen eine Bildbearbeitung und vergrößern mit einer Multitouch-Geste, drucken eine Route mit Google Maps aus, überprüfen Ihre Adressen und Termine mit Palms Synergy und drucken Daten aus, die Sie jemandem überreichen wollen, lesen einen Artikel in der New York Times und drucken es, und so weiter.”

Abbildung: HP

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