HP verklagt Mark Hurd – Oracle schlägt zurück

Von am 8. September 2010  

Die Schlammschlacht beginnt

Mark Hurd wurde als erfolgreicher HP-CEO unter noch immer ungeklärten Umständen gefeuert. Hurd verließ das Unternehmen mit einem millionenschweren Abfindungspaket, verbunden mit üblichen Vertraulichkeitsklauseln. Wenig später bot ihm sein langjähriger Freund und Tennispartner Larry Ellison bei Oracle eine führende Position als Co-President. HP versucht das mit einer Zivilklage zu verhindern, da Hurd mit Unternehmensgeheimnissen von HP unterwegs sei und sie bei Oracle ausplaudern könne.

Es ist bislang nur eine Zivilklage gegen Mark Hurd, nicht etwa gegen Oracle und dessen Gründer Larry Ellison. Dennoch ließ Ellison daraufhin eine Erklärung veröffentlichen, die es in sich hat:

„Oracle hat HP lange als einen wichtigen Partner angesehen“, erklärte Oracle-CEO Larry Ellison. „Indem er diese rachsüchtige Klage gegen Oracle und Mark Hurd einreichte, handelt der Aufsichtsrat von HP mit äußerster Mißachtung für diese Partnerschaft, unsere gemeinsamen Kunden sowie ihre eigenen Aktionäre und Mitarbeiter. Der Aufsichtsrat von HP macht es praktisch unmöglich, dass Oracle und HP weiterhin kooperieren und im IT-Markt zusammenarbeiten.“

Das geht weit über eine persönliche Kränkung hinaus. Dafür ist das Ego Larry Ellisons einfach zu groß. Zudem ist er bekannt als Stratege, der geschäftlichen Wettbewerb mit den Regeln der Kriegsführung angeht. Das ist ein aufgenommener Fehdehandschuh, zumal Oracle seit der Übernahme von Sun Microsystems auch im direkten Wettbewerb mit HP steht, nicht nur mit IBM.

Es erinnert an frühere Aktionen Ellisons, mit denen er den Börsenwert eines Übernahmeziels zu schwächen versuchte. Schon der Abgang Hurds ließ den Börsenkurs von HP sinken, während der Oracle-Kurs zulegte, als die Personalie Hurd bekannt wurde. Die Einstellung Mark Hurds durch Ellison war eine gezielte Provokation, seine Reaktion auf die HP-Klage die größtmögliche Verschärfung.

Der Abbruch aller Geschäftsbeziehungen ist geeignet, die Börsenbewertung von HP weiter zu beeinträchtigen. Damit wird zumindest denkbar, was der langjährige Ellison-Beobachter Tom Foremski vermutet: „Wird Larry Ellison Mr. Hurd benutzen, um ein Übernahmeangebot gegen HP zu richten? Es würde mich nicht überraschen.“

Abbildung: Oracle Corporate Communications / CC (Oracle-Gründer und CEO Larry Ellison)

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