Microsoft feuert 5000 – Kurs sinkt weiter

Von am 22. Januar 2009 2 Kommentare 

5000 der rund 90.000 weltweiten Arbeitsplätze sind nach Microsofts Gewinneinbruch weg, die ersten Kündigungen gehen raus. Der Börsenwert des Vista-Herstellers sank um weitere neun Prozent.

Die Zahl der Gefeuerten bleibt damit weit unter den 15.000, von denen gerüchteweise die Rede war. Vielleicht wurde auch wirklich ein noch größerer Rundumschlag erwogen, zur Wahrung der bisherigen Firmenkultur jedoch nicht umgesetzt, die bislang keine massenhaften Entlassungen kannte. 1,5 Milliarden $ sollen in 18 Monaten eingespart werden, in erster Linie durch personellen Kahlschlag. Gekürzt werden sollen unter anderem Reisekosten (20 Prozent) und Marketing-Budgets.

Scheint der Börse noch lange nicht zu reichen, zumal bekannte Analysten bereits 6.000 bis 8.000 Köpfe rollen sahen. Sie verweigerte den üblichen Kursanstieg, der kostensparende Entlassungswellen zu begleiten pflegt, und ließ Microsofts Kurs fast um weitere neun Prozent abrutschen, obwohl er schon im letzten Jahr 45 Prozent eingebüßt hatte. Da MSFT als Leithammelwert gilt, brachen auch andere Technologie-Papiere stark ein mit einer besonderen Ausnahme: Konkurrent Apple legte nach Rekordgewinnen um fast sechs Prozent zu.

Das einst grenzenlose Vertrauen in die Gelddruckmaschine Microsoft ist weg, auch wenn die Firma mit einem Minus von elf Prozent noch immer einen Quartalsgewinn von 4,17 Milliarden US-Dollar vermelden konnte. Die Schuldigen am Einbruch sind laut Microsoft-Boss Ballmer die Konjunktur, der dümpelnde PC-Markt und ein besonderer Trend, nämlich der zu günstigen Notebooks. Tatsächlich bremsten gerade die Netbooks das trudelnde Windows Vista noch stärker aus.

Was den Umsatz angeht, legte der Konzern sogar noch um zwei Prozent zu dank der Serversparte und der Daddelmaschine Xbox 360. Klarer Verlierer: Microsofts Kernbereich mit dem Windows-Betriebssystem, der im Vergleich zum Vorjahr acht Prozent weniger Einnahmen brachte.

(bk)

Abbildung: Martin Olsson

Wall Street Journal

Cnet

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Microsoft feuert 5000 – Kurs sinkt weiter”
  1. Jogi sagt:

    Naja, bei 4,1 Milliarden Quartalsgewinn kann man ja gerne mal ein paar Leute rauswerfen. Die brauchen wir ja eh nicht …

  2. Anonymous sagt:

    Ne, was interessieren einen denn auch die eigenen Mitarbeiter? – Hauptsache den Aktionären geht es gut! Fette Dividenden müssen schon sein!!