Microsoft zeigt Windows 8 für Chips von Intel, AMD und ARM

Von am 6. Januar 2011  

ARM Mobile Computing DiagrammZu spät für den Tablet-PC?

Schon Stunden vor Steve Ballmers offizieller Eröffnungsrede zur Elektronikmesse CES zeigte Microsoft bei einer Pressekonferenz eine frühe Version von Windows 8, die auf Chips der ARM-Architektur von Nvidia, Qualcomm und Texas Instrument lief. Mit einem nativ lauffähigen Microsoft Office demonstrierten Microsofts Mitarbeiter in einer “technischen Vorschau”, was auch auf ARM möglich ist. Um zu beweisen, dass auch Intels Architektur nicht außen vor bleibt, führten sie zugleich ein Windows 8 auf einem x86-SoC (System-on-a-Chip) vor. Videoaufnahmen waren den anwesenden Journalisten während der Vorführung ausdrücklich untersagt.

Wie Insider behaupten, arbeitet Microsoft tatsächlich schon seit Jahren unter dem Codenamen LongARM an einem Windows für die stromsparenden Prozessoren der ARM-Architektur, die in fast allen Smartphones und zunehmend in Tablets zum Einsatz kommen. Noch im November 2009 lehnte Microsoft jedoch ein Windows 7 für ARM als überflüssig ab, denn dafür gebe es doch bereits Windows Embedded CE, das vielfach in PDAs und Navigationsgeräten zum Einsatz kam. Im Juli 2010 schließlich wurde bekannt, dass Microsoft eine Lizenzvereinbarung mit dem Chipdesigner ARM abgeschlossen hatte, die auch Zugang zu Prozessoren-Interna gab, wie ihn nicht einmal Chiphersteller benötigen. Es führte zu ersten Mutmaßungen, Microsoft könnte versuchen, ein richtiges Desktop-Windows mit NT-Kernel auch auf mobilen Geräten wie Tablets ernsthaft lauffähig zu machen.

Das wäre mit der offiziellen Vorführung heute geklärt. Vor Ende 2012 oder gar Anfang 2013 aber ist Windows 8 vermutlich nicht zu erwarten. Seit der Markteinführung von Apples iPad im letzten Jahr aber ist ein rasantes Tablet-Wettrennen ausgebrochen, bei dem die meisten Hersteller auf Googles Android OS anstelle von Microsofts Windows 7 setzen. Wann immer Windows 8 auf das Tablet kommt, muss es seine Chancen in einem radikal veränderten Markt beweisen

Diagramm: ARM

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