Noch eine Klage um die Facebook-Milliarden

Von am 12. April 2011  

Facebook CEO Mark ZuckerbergMark Zuckerbergs seltsame Verträge und E-Mails

Die Gebrüder Winkelvoss erhielten eben gerichtlichen Bescheid, dass ihr 2008 geschlossener Vergleich um die Facebook-Gelder noch immer gilt, da taucht schon der nächste Teilhaber aus Mark Zuckerbergs Vergangenheit auf und möchte seinen gerechten Anteil an den Milliarden. Es ist wieder der umstrittene Internet-Entrepreneur Paul Ceglia, der schon im letzten Sommer einen ersten Anlauf unternahm.

Ceglia beruft sich auf einen Vertrag, den er 2003 mit dem heutigen Facebook-CEO Mark Zuckerberg schloss. Es ging dabei eigentlich um einen Programmierauftrag für den damaligen Harvard-Studenten Zuckerberg, aber nebenbei auch um ein kleines Projekt namens “The Face Book”. Da Ceglia das Projekt finanzierte, solle er die Hälfte am daraus entstehenden Unternehmen erhalten und weitere Anteile, falls sich das Projekt verzögerte.

Im ersten gerichtlichen Anlauf kam Ceglia, dem selbst in einem anderen Verfahren Betrug vorgeworfen wurde, nicht weit. Seine neu eingereichte Klage aber ist unterfüttert mit weiteren Dokumenten und wird vertreten von einer renommierten internationalen Anwaltskanzlei, die vor allem für Technologie-Unternehmen tätig ist. Sie übernahm das Mandat erst nach gründlicher wochenlanger Prüfung der Dokumente und hält sie für echt.

Neben dem Vertrag selbst sind es E-Mails, die damals zwischen Mark Zuckerberg und Paul Ceglia gewechselt wurden. Wenn sie tatsächlich echt sind, beweisen sie, dass Mark Zuckerberg seinen Vertragspartner gründlich austrickste: Nachdem sich Facebook vom Start weg zu einem Erfolg entwickelte, stellte er es Ceglia gegenüber als einen Flop dar und hielt ihn hin, während er selbst Facebook als Unternehmen gründete mit den Geldern anderer Investoren.

Facebook verweist dazu auf Ceglias dubiose Vergangenheit und unterstellt noch immer eine Fälschung. Die Mails lesen sich jedoch sehr authentisch und sind gespickt mit für beide Seiten nicht immer angenehmen Details. Die US-Wirtschaftspresse beginnt den Fall ernst zu nehmen und schließt nicht mehr aus, dass Zuckerberg einen weiteren Vergleich schließen muss, der ihn sogar Milliarden US-Dollar kosten könnte.

Abbildung: Brian Solis / CC (Facebook-CEO Mark Zuckerberg)

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