Palm Pre – die ersten Tests

Von am 4. Juni 2009 1 Kommentar 

palm-pre-featureViel Lob erhält Palms neues Smartphone für das Betriebssystem WebOS und die intuitive Benutzeroberfläche. Häufigster Kritikpunkt: Palm Pre bietet zum Marktstart noch keinen App Store mit Tausenden von zusätzlichen Anwendungen.

Aus ungewohnten, aber gut begründeten Richtungen näherten sich die Tester des Wirtschaftsmagazins Fortune dem Pre. Michael Copeland als bekennender Blackberry-User, Jon Fortt als Iphone-Liebhaber. Absolut lobenswert, denn solche Tests haben immer eine subjektive Komponente, so sehr sie oft auf eine Pseudo-Objektivität mit aufwendigen Benotungssystemen getrimmt werden. Durch andere Geräte / Betriebssysteme geformte Gewohnheiten und Vorlieben bestimmen viele Urteile, wie die ersten veröffentlichten Testberichte zeigen.

„Mehr Lexus als Ferrari“

Michael Copeland fand die Pre-Tastatur ähnlich brauchbar wie die seines Blackberry. Das Design der Hardware fand er gut, aber nicht total umwerfend, eher „vergleichbar mit Lexus als Ferrari“. Am meisten beeindruckte ihn das Betriebssystem WebOS, das die Hype-Erwartungen erfüllte. Es ist für ihn der wichtigste Grund, sich näher mit dem Pre beschäftigen zu wollen, aber noch will er seinen Blackberry nicht eintauschen.

„Das zweitbeste Smartphone“

Jon Fortt bekennt sich nicht nur als Iphone-Fan, sondern auch als langjähriger Nutzer von Palm Treo, der sich nur schwer von diesem Vorläufer des Pre lösen konnte. Für ihn ist Pre das zweitbeste Smartphone, das er jemals benutzte: Scharfes und helles Display, intuitive Bedienung über den Touchscreen, Tastatur gut bedienbar mit zwei Daumen, wenngleich die Tasten zu gedrängt sind für die einhändige Bedienung. Das Interface sei in der Usability vergleichbar dem Iphone.

Palm Pre punkte mit mehreren gleichzeitig ausführbaren Programmen, den aus unterschiedlichen Quellen wie Google und Facebook bezogenen Kontaktdaten sowie der universellen Suche in Smartphone und Web zugleich. Als Nachteil erweise sich das etwas kleinere Display des Pre. Einen weiteren Pluspunkt sammle das Iphone, da bereits eine größere Anzahl von Anwendungen über Apples App Store zu beziehen sind.

„Erfüllt die hohen Erwartungen“

Auch PC World findet, Palm Pre erfülle die hohen Erwartungen durch einen gut reagierenden Touchscreen und die einnehmende Benutzeroberfläche. Ein paar kleine Designfehler hielten es jedoch davon ab, das perfekte Smartphone zu sein. Ginny Mies fiel auf, um wie viel taschenfreundlicher der kompakte Pre sei im Vergleich zum Iphone. Es passe auch gut in die Jeanstasche einer Frau, ungewöhnlich für ein Smartphone mit Volltastatur. Nicht so begeistert war sie von der Akkulaufzeit, die im Test von PC World für eine durchschnittliche Sprechzeit von 5 Stunden und 17 Minuten gut war. Allerdings kam das Iphone mit 5 Stunden und 38 Minuten auch nicht viel weiter, obwohl es keine gleichzeitig laufenden Programme erlaubt.

„Zwei entscheidende Vorteile“

Altmeister Walt Mossberg vom Wall Street Journal hält den Pre „potenziell für den bisher stärksten Rivalen für das Iphone, vorausgesetzt er zieht viele Entwickler von Apps an“. Das Design sei den beiden anderen Herausforderern in der Iphone-Klasse weit überlegen, dem T-Mobile G1 mit Android sowie RIMs Blackberry Storm.

Die elegante Touchscreen-Oberfläche des Pre komme dem von Apple gleich oder übertreffe sie, der andere große Vorteil sei die aus dem leicht kurvigen Gerät ausfahrbare Volltastatur. Abzuwarten seien die neuen Features der nächsten Iphone-Generation, aber Apple werde kaum die beiden entscheidenden Vorteile des Pre schlagen können: Multitasking und eine echte Hardware-Tastatur anstelle einer virtuellen.

„Nicht smart genug“

Business Week verkündet das skeptische Ergebnis schon in der Ãœberschrift mit „Palm Pre: Ein Smartphone, das nicht smart genug ist“. Palms neues Angebot hätte wohl ein paar nette Features einschließlich einer austauschbaren Batterie und einer Volltastatur, liege aber weit zurück gegenüber dem Iphone, was die Software angeht. Zwar unterstütze das Multi-Touch-Display eine breitere Palette von Fingergesten als das Iphone, aber es gebe eben noch nicht die Masse von Apps durch Drittentwickler. Im letzten Satz bekennt Stephen H. Wilstrom, sein Iphone nicht für den Erfolg des Pre verwetten zu wollen.

„Home Run“

Der Megatest bei Pre Central geht bis in die kleinsten Details, begleitet von Videos und zahlreichen Abbildungen. Die Palm-Aficionados vergeben natürlich nur Bestnoten („Palm hat einen Home Run hingelegt“), nennen aber als verbliebene Schwachpunkte Akkulaufzeit und Geschwindigkeit, insbesondere bei der E-Mail-Anwendung.

„Neuer Standard“

Die als absolut Hype-resistent bekannte Bonnie Cha von Cnet kommt zum Fazit: „Obwohl einige fehlende Features und Performance-Probleme Palm Pre als weniger ideal für den professionellen Einsatz unterwegs erscheinen lassen, bietet Palm Pre Gadget-Liebhabern und Verbrauchern gut integrierte Features und unvergleichliche Multitasking-Fähigkeiten. Die Hardware könnte besser sein, aber noch mehr zählt das von Palm entwickelte stabile Betriebssystem. Es kommt nicht nur dem der Konkurrenz gleich, sondern setzt einen neuen Standard in der Art und Weise, in der Smartphones mit Aufgaben umgehen und Informationen verwalten.“

(bk)

TecZilla über Palm Pre

Zum Thema im Web:

Fortune

PC World

Business Week

Wall Street Journal

Cnet

Pre Central

Abbildung: Palm

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Kommentare

Eine Stellungnahme zu “Palm Pre – die ersten Tests”
  1. Kohloe sagt:

    Bis Dezember wart ich aber nicht um dann ein veraltetes Gerät zum Neupreis zu erwerben.