Pepsi entschuldigt sich für "sexistische" Iphone-App

Von am 15. Oktober 2009  

AMP upDie Wellen scheinheiliger Empörung schlugen bis zu einer deutschen Boulevardzeitung, deren moralischer Kompass mit dem Urteil „frauenfeindlich“, „geschmacklos“ und „peinlich“ ausschlug. Viraler hätte Pepsi nicht für einen Energydrink werben können.

Viel Aufwand brauchte es nicht, um virale Anstöße zu erregen für das in den USA vermarktete Getränk in der Art von Red Bull mit Inhaltsstoffen wie Taurin, Guarana und Ginseng. Der Energydrink AMP wurde einfach zum Aufreißergetränk („AMP up before you score“) erklärt, die angepeilten Frauen passend visualisiert (Abbildung) und in 24 klare Zielgruppen aufgegliedert wie Nerd, Tigerlady, Punk-Rockerin, Bücherwurm, Austauschstudentin, Umweltaktivistin, angehende Schauspielerin, Künstlerin.

Zu jedem Typ gibt die App passende Anmachsprüche und weitere Hilfestellungen, bei grünen Neigungen zum Beispiel die Adressen naheliegender vegetarischer Restaurants. Als gezielte Provokation schließlich noch eine vom erfolgreichen Nutzer zu führende „Liste zum Prahlen“ mit den Namen der Partnerinnen und weiteren Einzelheiten.

Für den zu erwartenden Aufruhr bei Twitter (wo auch sonst?) hatte der Getränkekonzern auch schon die passenden Entschuldigungsworte parat in der demonstrativen Beschränkung auf 140 Zeichen:

„Our app tried 2 show the humorous lengths guys go2 get women. We apologise if it’s in bad taste and appreciate ur feedback.“

Zurückgezogen wurde die kostenlose Anwendung jedoch nicht, auch wenn bei PepsiCo leise etwas von „Überprüfung unserer Optionen“ gemurmelt wurde. Anders als zuvor bei politischen Äußerungen, Slangwörtern und Bikinimädchen schlug diesmal auch der moralische Kompass der Apple-Zensoren nicht aus.

(bk)

Zum Thema bei TecZilla:

Apple lehnt Iphone-App als „zu politisch“ ab

Apple: Wir zensieren keine Wörterbücher

Iporn-Affäre: Girls, die zu heiß für das Iphone waren

Zum Thema im Web:

Chicago Tribune

Screenshot: AMP Energy

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