Psystar gegen Apple, nächste Runde

Von am 2. Dezember 2009  

<em>Mac-Klonen zuhause mit Rebel EFI</em>

Macs einfach zuhause klonen?

Die beiden ungleichen Gegner beenden eine gerichtliche Runde durch Vergleich mit einer vereinbarten Millionenzahlung, die Apple niemals erhalten dürfte. Eine weitere Prozessrunde steht in Florida an. Mit der Software Rebel EFI setzt Psystar zudem auf einen Hackintosh-Flächenbrand: Mac OS X nicht mehr beim Hersteller, sondern von den Käufern installiert.

Das kurze Prozessende bei einem kalifornischen Bundesgericht, noch bevor er richtig begonnen hat: Psystar bekennt sich schuldig, die Rechte Apples verletzt zu haben, und zieht die eigenen Gegenklagen zurück. Der kleine Mac-Kloner aus Miami hat 1,34 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu leisten, und dieser Betrag verdoppelt sich durch Anwalts- und Gerichtskosten in Höhe von 1,34 Millionen Dollar auf rund 2,7 Millionen Dollar.

Die gesamte Summe jedoch nicht zahlbar, bis alle Verfahren abgeschlossen und letzte mögliche Berufungsfristen abgelaufen sind. Auf Psystar-Millionen hoffen darf Apple natürlich ohnehin nicht, da die kleine Klon-Fabrik erst im Mai des Verfahrens das Chapter-11-Verfahren des US-Konkursrechts überlebte und Apple selbst nicht mehr als 768 von Psystar verkaufte Computer mit vorinstalliertem Mac OS X ermitteln konnte.

Nachdem Psystar bei einem Gericht in Apples kalifornischer Heimat kapitulierte, läuft jedoch ein weiteres Verfahren im südlichen Florida, von dem sich Psystar vielleicht so etwas wie ein Heimspiel erhofft. Nach Psystars Darstellung wollte das kalifornische Gericht keine Verfügung erlassen gegen die Klon-Software Rebel EFI, da Apple erst andernorts ein Verfahren um deren Rechtmäßigkeit anzustrengen habe.

<em>Rebel EFI verspricht, jedes Betriebssystem für jeden Computer anzupassen</em>

Rebel EFI verspricht, jedes Betriebssystem für jeden Computer anzupassen

Die Vergleichsvereinbarung zwischen Apple und Psystar scheint interpretationsfähig zu sein. Mark A. Lemley von der Stanford Law School: „Es sieht danach aus, als wäre es mehr eine Einengung der strittigen Fragen als ein Vergleich.“

Zumindest Psystars Tage als Klon-Hersteller scheinen damit vorbei zu sein, allerdings kein erstmaliger Eindruck. Statt dessen setzen die unerschrockenen Brüder Rudy und Robert Pedraza, die Psystar gründeten und in den Kampf gegen Apple zogen, jetzt offenbar ganz auf die Software-Karte. Manche sehen es aber auch als Verbrannte-Erde-Strategie, um es Apple noch einmal richtig zu zeigen.

Letzter Stand der Dinge: Die Website von Psystar listet alle Mac-kompatiblen Rechner als „ausverkauft“. Lediglich die Software Rebel EFI, die eine mühelose Anpassung von Mac OS X an andere als Apples Intel-Hardware verspricht, ist demnach für 49,99 US-Dollar lieferbar. Eine Testversion mit begrenzter Hardware-Funktionalität und einer auf zwei Stunden begrenzten Laufzeit steht zum kostenlosen Download ($ 0.00) bereit.

(bk)

Zum Thema bei TecZilla:

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Nach Chapter 11: Psystar will weiter klonen

Zum Thema im Web:

Wired

Technologizer

Abbildungen: Psystar

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