Samsung Galaxy Tab: Wenig verkauft, hohe Rückgabequote?

Von am 1. Februar 2011  

Samsung Galaxy TabNicht optimal gelaufen

Erst musste Samsung kleinlaut eingestehen, dass die vorlaut gemeldete Zahl von 2 Millionen verkauften Tablets nicht so ganz stimmte. Sie waren einfach nur aggressiv in den Handel und zu den Netzbetreibern gedrückt worden, aber längst nicht alle kamen bei den Verbrauchern an. Das widerlegte so nebenbei die noch voreiligere Einschätzung von Analysten, die Googles Android OS bereits einen Marktanteil von 22 Prozent andichteten und dabei vor allem vom vermeintlichen Verkaufsschlager Galaxy Tab ausgingen.

Ganz so schlimm wie vielfach gemeldet muss es allerdings doch nicht sein. Aufgrund eines Ãœbertragungsfehlers wurde Samsungs Mitarbeiterin zunächst mit „ziemlich geringen“ Verkäufen an die Endverbraucher zitiert, soll aber tatsächlich von „ziemlich flüssigen“ Verkäufen gesprochen haben („quite smooth“ statt „quite small“). Unumwunden aber musste sie zugeben, dass die gemeldeten 2 Millionen Tablets auf einem aggressiven „sell-in“ in die Vertriebskanäle basierten. Das „sell-out“ an die Verbraucher hingegen formulierte sie vorsichtig: „Wir glauben, dass es ebenfalls ziemlich flüssig lief.“

16 Prozent gingen zurück

Keine glänzende Vorstellung, aber es kommt noch schlimmer. ITC Investment Research verfolgte die Verkäufe in annähernd 6.000 Mobilfunkläden in den USA ab dem Marktstart von Galaxy Tab im November bis zum 15. Januar und rechnet daraus hohe Rückgabequoten unzufriedener Nutzer hoch. Bis zum Dezember 2010 wurden demnach 13 Prozent der verkauften Tablets zurückgegeben, nach den Weihnachtsverkäufen erhöhte sich die Quote im Januar sogar noch auf insgesamt 16 Prozent. Das hört sich katastrophal an im Vergleich zu Apples iPad, von dem laut US-Mobilfunkanbieter Verizon nur zwei Prozent retourniert wurden.

Dabei trifft es mit Galaxy Pad sogar ein vergleichsweise ambitioniertes Android-Tablet, das auch Zugang zu Googles Android Market und seinen Anwendungen bot. Die Hardware gab kaum Anlass für Kritik, wie sie einige Tablet-Schnellschüsse zu Recht einstecken mussten. Aber auch Samsungs Käufer haben offenbar etwas anderes erwartet als ein überdimensioniertes Smartphone, das zudem mit einem zunächst nur für Smartphones entwickelten Betriebssystem läuft.

Android war noch nicht für Tablets optimiert

Während Galaxy Tab und andere Android-Tablets im September zur IFA in Berlin vorgestellt wurden, gab Hugo Barra, Googles Group Product Manager für mobile Geräte, eine vorsichtige Warnung aus: „Android Froyo ist nicht für Tablets optimiert.“ Dennoch kamen Samsung, Toshiba und zahlreiche weniger bekannte Hersteller mit Android-Tablets in einen Markt, der nicht bereit war für suboptimale Produkte. Sie kamen zu früh, weil sie um keinen Preis zu spät kommen wollten.

Andere Hersteller wie HTC und Lenovo dürfen sich bestätigt fühlen in ihrer weniger ungeduldigen Strategie. „Ich glaube nicht, dass Froyo die richtige Basis ist für ein voll funktionsfähiges Tablet“, war von einem Lenovo-Vertreter im Oktober 2010 zu hören. Auch HTC verschob die eigenen Tablet-Pläne bis ins Frühjahr 2011, um auf Honeycomb zu warten, die echte Tablet-Version von Android OS. Mit Motorola Xoom erlebt in diesem Monat das erste Honeycomb-Tablet seinen Marktstart in den USA, das in enger Abstimmung mit Google entwickelt wurde.

Abbildung: Samsung

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