Schwimmende Roboter gegen die Ölpest

Von am 26. August 2010  

Nach der Ölkatastrophe ist vor der Ölkatastrophe

Noch gilt ein von der US-Regierung verhängtes Moratorium gegen neue Offshore-Ölbohrplattformen im Golf von Mexiko, aber die Ölundustrie und ihr nahestehende Politiker kämpfen mit allen Mitteln für seine baldige Aufhebung. Noch riskanter kann es mit neuen Ölbohrprojekten in arktischen Gewässern vor der Küste von Alaska werden, besonders vorangetrieben von Shell.

Das Massachussetts Institute of Technology (MIT) richtet sich bereits auf weitere Säuberungsaktionen ein mit neu entwickelten autonomen Robotern. Eine ganze Armee von ihnen soll das entkommene Öl selbständig suchen. Stoßen sie auf Öl, sollen sie sich wie ein Schwarm systematisch darauf stürzen, koordiniert über GPS, um das Öl aus dem Wasser holen.

In etwa einem Jahr will das MIT produktionsreife Roboter entwickeln, die zum Preis von jeweils 20.000 US-Dollar weit preisgünstiger kämen als der Einsatz von zahlreichen Schiffen und Mannschaften, die dennoch nur wenige Prozent des Öls zu beseitigen vermögen. Der erste Prototyp vom Typ “Seaswarm” wurde Mitte August getestet und bewies seine Fähigkeit, sich auf den Wellen zu bewegen. Weitere Prototypen sind in Vorbereitung.

Jeder Seaswarm-Robot besteht aus einem Kopf, überzogen mit photovoltaischen Zellen, die genug Energie für wochenlanges Ausschwärmen auf dem Wasser liefern sollen. Dahinter zieht sich ein Förderband, das ständig rotiert, damit für den Vortrieb sorgt und zugleich Verunreinigungen aufnimmt. Seine Oberfläche besteht aus einem Nanogewebe, das Öl anzieht und Wasser abstößt. Gesammelt wird das Öl im Kopfgehäuse. Es könnte entweder an Ort und Stelle verbrannt werden – besser noch verpackt, um an Ort und Stelle auf der Oberfläche zu treiben, bis es später abgeholt wird.

Die schwimmenden Roboter messen gut zwei mal fünf Meter und können daher auch schwer zugängliche Stellen an der Küste erreichen. Als “Papiertuch für Ölunfälle” bezeichnen die MIT-Forscher das Nanomaterial auf den Transportbändern: “Man kann sich das vorstellen wie einen Teppich, der über die Wasseroberfläche gezogen wird.”

Abbildungen: MIT

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