Smartphones: Mobile Basisstation macht Schluss mit Roamingkosten

Von am 26. Januar 2011  

Ubiquisys Attocell persönliche BasisstationGoogle unterstützt den britischen Hersteller Ubiquisys

Noch immer können ungeahnte Folgekosten schon bei kurzen Auslandsaufenthalten entstehen, wenn das Mobiltelefon wie gewohnt benutzt wird. Entspannter der nächsten Rechnung des Netzbetreibers werden Reisende mit der persönlichen Basisstation Attocell entgegensehen können, entwickelt vom britischen Startup-Unternehmen Ubiquisys.

Es ist ein Femtocell-System, das mobile Telefonie auch über eine Internetverbindung zugänglich macht. Das war ursprünglich für zuhause oder im Büro gedacht, indem eine lokale 3G-Basisstation über das Internet eine schnelle und kostengünstige Verbindung zum Netzwerk des Mobilfunkanbieters herstellt. Die von der Station erstellte UMTS-Funkzelle benötigt für den Nahbereich nur eine geringe Sendestärke und erweist sich auch als nützlich bei örtlich schwacher Signalqualität. Die Internetverbindung wie auch den Strom holt sich das kompakte Gerät über den USB-Anschluss eines Notebooks.

Als besonderen Vorteil aber verspricht Attocell, sich auch in anderen Ländern mit dem Handy zu verbinden, wann immer das Notebook über eine Internetverbindung verfügt, beispielsweise durch ein lokales WLAN-Netz. Über diesen Umweg sollen eingehende wie ausgehende Gespräche mit dem Smartphone zu führen sein, jedoch zu den Tarifen des Heimatlandes ohne Roaming-Aufschläge. Umgangen würden damit die hohen Roamingkosten, wie sie meist durch die Berechnung ausländischer Netzpartner entstehen.

Die Sendeleistung von Attocell passt sich den gesetzlichen Vorschriften verschiedener Länder an. Die Reichweite kann daher für einen ganzen Raum reichen oder auf 5 mm beschränkt sein. Im 5-mm-Modus wird das Smartphone einfach auf die nur wenig größere Basisstation gelegt und verbindet sich, um Telefonate über ein Headset zu ermöglichen.

Obwohl Ubiquisys das Smartphone-Zubehör zunächst für Apples iPhone entwickelte, ist es grundsätzlich kompatibel mit allen UMTS-Handys. Getestet wurde es mit Blackberry, Handys von Nokia und Android-Smartphones. Finanziert wurde das Startup-Unternehmen durch eine Gruppe von Investoren, zu denen auch Google gehört.

Der Hersteller machte noch keine Angeben zu Preisen und Marktstart. Die Vermarktung soll über Mobilfunkanbieter erfolgen. Die Technologie zumindest ist da, mit der die Netzbetreiber ihre Kunden zufriedener machen können.

Abbildung: Ubiquisys

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