Strategiewechsel: Nokia sucht ein "wettbewerbsfähiges Betriebssystem"

Von am 27. Januar 2011 2 Kommentare 

Nokia N9 PrototypSpäte Erkenntnis

Stephen Elop, der neue CEO von Nokia, nennt es noch nicht beim Namen. Bei einem Investorentreffen ließ er jedoch keinen Zweifel daran, dass ein grundlegender Kurswechsel bevorsteht, um das Unternehmen wieder nach vorne zubringen, dass im Smartphone-Markt immer weiter zurückfiel von einer einst führenden Position. Er sprach aus, was von Nokia zuvor noch nie zu hören war:

„Das Spielgeschehen hat sich verändert von einem Kampf der Geräte zu einem Kampf der Ökosysteme. Unsere Branche hat sich gewandelt, und wir müssen uns schneller wandeln.“

Kampf der Ökosysteme

Elop sieht einen entscheidenden Unterschied zwischen den kostengünstigen Geräten und dem High-End-Bereich, bei dem es um vor allem um Entwickler und Dienste gehe. Im Gegensatz dazu spielten im Low-End-Bereich Marke, Stückzahlen, Preis, Vertrieb und Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Auch aufgrund verschiedener Chipsets sei es nicht immer sinnvoll, in beiden Bereichen auf das gleiche Betriebssystem zu setzen.

Das hört sich nach einem Aus für Symbian als Betriebssystem für High-End-Smartphones an. Es könnte zugleich eine Absage an MeeGo sein, auf das Nokia bislang in Zusammenarbeit mit Intel setzte. Nokias CEO erklärte die Notwendigkeit seines Unternehmens, ein „wettbewerbsfähiges Ökosystem entweder selbst zu schaffen oder sich einem anzuschließen“ – und deutete damit klar einen möglichen Wechsel zu einem konkurrierenden Betriebssystem an.

Android oder Windows Phone?

Einem früheren Bericht zufolge bahnt sich ein Bündnis zwischen Nokia und Microsoft an. Windows Phone 7 gilt aber nach derzeitigem Stand nicht unbedingt als wettbewerbsfähiges Betriebssystem für Smartphones, so dass Googles Android OS ebensowenig auszuschließen ist. Es entspräche besser Elops Vorgabe, dass die neue Strategie „Türen erneut öffnen“ kann in verlorenen Märkten wie den USA. Wie immer die Entscheidung lautet, sie scheint bereits gefallen zu sein: „Wir haben uns entschieden, nicht so weiterzumachen, wie es allgemein von uns erwartet wurde.“

Verzögerte Marktstarts und im US-Markt mit Nokia X7 sogar ein abgesagtes Smartphone lassen einen schon bald bevorstehenden Wechsel vermuten. Die Zeit läuft.

Abbildung: Baidu (Vorserienmodell von Nokia N9)

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis



Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Strategiewechsel: Nokia sucht ein "wettbewerbsfähiges Betriebssystem"”
  1. Thomas sagt:

    Die brauchen kein neues Betriebssystem, sie müssen ihr bestehendes nur endlich mal aufräumen. Symbian kann alles was iOS auch kann und sogar noch mehr (z.B. Videotelefonie nicht nur vom WLAN aus), aber es sieht einfach scheiße aus und ist bis zum verrecken verschachtelt.

    Wenn ich auf meinem E72 den Wecker stellen will muss ich auf Menü->Office->Uhr->Wecker gehen. Dass ist unlogisch und umständlich. Einfach mal einen ordentlichen GUI Designer ran lassen und die Sache ist erledigt.

  2. Bernd Kling sagt:

    Kann ich aus eigenen Symbian-Erfahrungen gut nachvollziehen (und die Hardware läuft immer noch). Nokias Problem ist aber auch, dass sich die Anwendungsentwickler von Symbian verabschieden zu Betriebssystemen, die ihnen bessere Chancen bieten. Das könnte Elop mit „Kampf der Ökosysteme“ umschrieben haben …