Toshiba Folio 100: Android-Tablet in der Kritik

Von am 17. November 2010 2 Kommentare 

Toshiba Folio 100 Android-TabletVernichtende Testurteile, unzufriedene Kunden, eine Elektronikmarkt-Kette stellt den Verkauf ein

Es ist nicht das Tablet aus dem Drogeriemarkt und kommt nicht aus der Manufaktur eines unbekannten chinesischen Herstellers. Doch nach hohen Rückgaberaten stellte Dixons Retail, eine der größten europäischen Elektronikmarkt-Ketten, den Verkauf ein. Testurteile raten vom Kauf ab.

Die britische Handelskette, vergleichbar mit Media Markt, bestätigte die vorübergehende Verkaufseinstellung, “da wir eine hohe Zahl von Rückgaben hatten und unseren Kunden keine schlechte Erfahrung zumuten wollen mit etwas, das eigentlich ein sehr gutes Produkt ist. Wir arbeiten mit Toshiba daran, das Problem zu identifizieren, und hoffen auf eine baldige Lösung.”

“Eine Reihe nervender Fehler”

Dabei könnten erste Tests helfen, die verhalten bis vernichtend ausfallen. Die britische PC Pro nannte es zwar “ein erschwingliches Tablet mit Android 2.2 und ein paar einzigartigen Reizen, aber es fällt zurück durch eine Reihe nervender Fehler”. Das zeigte sich besonders am Display, das einerseits mit kräftigen Farben und ordentlicher Helligkeit (wenn auch nicht in der Liga von Samsung Galaxy Tab) überraschte, diese Vorteile aber durch eine extreme Blickwinkelabhängigkeit zunichte machte: “Ein leichtes Kippen und der Kontrast schwindet, was wenig erfreulich ist, wenn man ein Spiel wie Backbreaker spielt.”

Als besonders ärgerlich fielen auch die schlecht reagierenden Schaltflächen am Displayrand auf. Die Erwachen aus dem Standby-Modus dauerte lange Sekunden, dem stand allerdings eine gute Akkulaufzeit gegenüber. Wie bei vielen Tablet-Schnellschüssen war der fehlende Zugang zum Android Market zu beanstanden, da Google nur Tablets mit entsprechender Hardware dafür zulässt. Nicht vorhanden waren Google Maps und konnten auch nicht über Toshibas eigenen Market Place mit einer geringeren Auswahl an Apps nachinstalliert werden.

“Finger weg von Toshibas Tablet Folio 100″

Noch viel härter fiel das Urteil bei Golem aus: “Wir haben das Android-Tablet im 10-Zoll-Formfaktor ausgepackt, ausprobiert und gleich wieder eingepackt.”

Auch hier kommt der erste Tiefschlag gegen das äußerst blickwinkelabhängige TN-Panel: “Wer das Gerät vor sich auf den Tisch legt, sieht zum Teil gar nichts. Die Farben invertieren. Außerdem erkennt der Nutzer am oberen Rand austretendes Licht der Hintergrundbeleuchtung.”

Was sonst noch unangenehm auffiel: Eine Taste aktivierte sich selbst ohne Berührung und blieb eine Minute lang aktiv. Das kapazitive Display nahm minutenlang keine Eingaben an. Scrollen durch Webseiten erschien nicht leichtgängig, Multitouch funktionierte nicht in allen Anwendungen. In der virtuellen deutschen Tastatur fehlten einige Umlaute. Das App-Angebot im Toshiba Market Place erwies sich als schlecht sortiert, ähnlich sah es in einem “sehr überschaubaren” Musikmarkt aus.

Die Akkulaufzeit fiel hier offenbar deutlich kürzer aus als im Test bei PC Pro beschrieben. Das Killer-Fazit bringt Folio 100 sogar mit WeTab (!) in Verbindung und sieht die Probleme vor allem in der Software:

“Die Hardware ist bis auf den Bildschirm in Ordnung, es ist vor allem die Software, die Frust erzeugt. Ein hängender Touchscreen und der regelmäßig abstürzende Marktplatz von Toshiba müssen einfach nicht sein. Das liegt nicht an Android. Samsungs Galaxy Tab hat gezeigt, wie ein gutes Android-Tablet auszusehen hat: schnelle Software, große Auswahl und ein Bildschirm, der sich durch eine gute Farbdarstellung auszeichnet. Egal, von wo der Anwender auf das Display schaut.”

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Toshiba Folio 100: Android-Tablet in der Kritik”
  1. Jo Momma sagt:

    Hallo!

    Also ich muß das Folio 100 hier mal stark verteidigen – Vorteile genüber der Konkurenz (zB Galaxy & iPad) werden hier nicht genannt:

    1. Anschlüsse (USB, SD, HDMI, Micro USB) davon täumen die anderen
    2. Nvidia Tegra 2 Chipset – Wahnsinn – ein wahres Powerhouse!
    3. Update auf 2.2.5 behebt 99 % der “Bugs” – also keine Ausreden hier!

    Kaplan!

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