Warum Google Motorola Mobility kauft

Von am 15. August 2011 4 Kommentare 

Motorola Xoom TabletÜbernahme für 12,5 Milliarden Dollar in Cash

Mit einem Aufpreis von 63 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs will Google Motorola Mobility übernehmen, die frühere Handysparte von Motorola. Zum Kaufpreis von 12,5 Milliarden Dollar schlägt Google mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch den vertikalen Verbund von der Entwicklung des mobilen Betriebssystems Android bis zum Endprodukt kann Google noch intensiver mit Apples iPhone und iPad konkurrieren als bisher schon. Mit dem umfangreichen Patentportfolio von Motorola Mobility erhält Google ein Waffenarsenal, um die laufenden Patentklagen von Microsoft, Apple und Oracle zu parieren.

Das könnte mit erklären, warum sich Google beim Ersteigern von Patentpaketen zurückhielt und sie anderen zu weit überhöhten Milliardenbeträgen überließ. Mit dem Kauf von Motorola gewinnt Google weit mehr als eine Sammlung von Patenten. Es ist ein erfolgreicher Hersteller mit über 80-jähriger Geschichte, der in einer Krisensituation alles auf Android setzte und damit die eigene Zukunft gewann.

Die Aufsichtsräte beider Firmen stimmten der Übernahme bereits zu, die für Ende 2011 oder Anfang 2012 vorgesehen ist. Erforderlich ist dafür neben der Zustimmung der Motorola-Aktionäre das Plazet von Regulierungsbehörden in USA, Europa und anderen Ländern.

“Bahnbrechend für das Android-Ökosystem”

Google will Motorola Mobility als eigenständiges Unternehmen weiterführen, das ein Lizenznehmer von Android bleibt. Android OS bleibt eine offene Plattform, verspricht Android-Chef Andy Rubin:

“Wir erwarten von dieser Kombination, dass sie bahnbrechend ist für das Android-Ökosystem. Unsere Vision für Android ändert sich damit jedoch nicht. Google bleibt Android als offener Plattform und einer lebendigen Open-Source-Community fest verpflichtet. Wir werden weiterhin mit all unseren geschätzten Android-Partnern zusammenarbeiten, um innovative Geräte mit Android zu entwickeln und zu vertreiben.”

“Android vor wettbewerbsfeindlichen Drohungen von Microsoft und Apple schützen”

In einem Blogbeitrag erklärte Googles CEO Larry Page, Android erfahre mit der Übernahme eine Turboladung. Mit deutlichen Fingerzeigen ging er auf die Patentsituation ein:

“Wir haben kürzlich ausgeführt, wie Unternehmen einschließlich Microsoft und Apple einen Verbund eingehen für wettbewerbsfeindliche Patentattacken auf Android. Das US-Justizministerium musste intervenieren bei den Ergebnissen einer kürzlichen Patentauktion, um “Wettbewerb und Innovation in der Open-Source-Software-Community zu schützen”, und sieht sich derzeit die Ergebnisse der Nortel-Auktion an. Unsere Übernahme von Motorola wird für mehr Wettbewerb sorgen, indem es Googles Patentportfolio stärkt. Das wird uns befähigen, Android vor wettbewerbsfeindlichen Drohungen von Microsoft, Apple und anderen Unternehmen zu schützen.”

Abbildung: Motorola (Android-Tablet Motorola Xoom)

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis


Kommentare

4 Stellungnahmen zu “Warum Google Motorola Mobility kauft”
  1. Thomas sagt:

    Ich sag nur PWND! :-)

    Schon clever! Ich glaube Google hat nie ernsthaft an Nortelpatenten mit gebietet, sondern nur den Preis nach oben getrieben. Im Hintergrund wurde der Motorola-Deal bereits eingefädelt …

    Tja, Microsoft … immer noch die große Klappe wie vor ein paar Wochen?

  2. christian sagt:

    Ich weiß wirklich nicht ob dieser merkwürdige Deal die Patentsituation
    qualitativ deutlich ändert? Eine Außenwirkung gegenüber Oracle
    kann ich da nicht erkennen. Mit den Motorola Patenten wird Google
    Larry Ellison kaum drohen können, diese Front bleibt offen.
    Und ob es gegen Microsoft hilft? Ich glaube auch nicht, die meisten
    Motorola Patente werden technikbasierend sein, also z.B. im 3G
    Bereich o.ä. und Microsoft baut ja selbst keine Smartphones.
    Sieht für mich eher komisch aus?

  3. Kohloe sagt:

    Warum keine Updates mehr?

  4. Bernd Kling sagt:

    Sagen wir mal, kleine Sommerpause. Nachdem der Sommer vorbei ist, geht es demnächst mit einem “Relaunch” weiter.