Android 3.0 Honeycomb für Tablets – und was ist mit Smartphones?

Von am 7. Februar 2011  

Android 3.0 Honeycomb User InterfaceDie Entwickler diskutieren noch

Einer „Exklusiv“-Meldung zufolge entwickelt Google das für Tablets gedachte Honeycomb auch für den Einsatz mit Smartphones weiter. Die Arbeit laufe unter dem Codenamen GRI17, um in der Nachfolge von Android 2.3 Gingerbread als Android „Ice Cream“ die neuen Features teilweise auch auf Smartphones zu realisieren. Eine „vertrauenswürdige Quelle“ habe das geflüstert, ohne Einzelheiten zu nennen.

Das konnte sich ohnehin jeder denken, denn Andeutungen in dieser Richtung gibt es schon länger. Schon im Dezember hatte Andy Rubin bei der ersten inoffiziellen Vorführung von Motorola Xoom als Honeycomb-Tablet am Beispiel von Google Mail gezeigt, wie sich eine Anwendung dank neuer APIs auf dem Tablet in multiple views entfalten kann, während die einzelnen Ansichten auf einem Smartphone im Wechsel erscheinen.

Das veröffentlichte SDK-Preview für Honeycomb schließlich verriet ein „FragmentLayout“, das den App-Entwicklern modulare Ansichten erlaubt, die unterschiedlich zu kombinieren sind. Die Anwendungen können über das Layout der einzelnen Teile im User Interface bestimmen innerhalb einer „Activity“. Dieses Framework bildet offenbar die Basis für Anwendungen, die sich abhängig von der Hardware und vielleicht auch den Benutzerwünschen unterschiedlich entfalten. Fragments ist natürlich eine mutige Wortwahl, aber sie zielen letztlich darauf, eine Fragmentierung zu verhindern und mit den gleichen Anwendungen eine breite Hardwarebasis von Smartphones, Tablets und vielleicht noch mehr anzusprechen.

Googler debattieren

Die „Leitmedien“ denken immer noch zuerst an Apple, wenn sie über eine neue Android-Version berichten. „Hier kommt Googles iPad-Killer“, bekam die Bildzeitung mit. „Android 3.0: Google attackiert das iPad mit Honigwaben“, dichtete ein Schreiber von Spiegel Online. Über diesen faulen Äpfel-Vergleichen verpassten sie die wirklich wichtigen Fragen nach der offiziellen Vorstellung von Android Honeycomb.

Nur wenige entzogen sich diesen Plattheiten und fragten gezielt nach wie der britische Register, wie es eigentlich weitergeht mit Android. Der als Googles Product Manager für Android-Geräte zuständige Hugo Barra deutete an, dass die mit Android 3.0 Honeycomb eingeführten neuen Features zumindest teilweise auch auf den kompakteren Displays von Smartphones zu erwarten sind: „Wir denken über die Evolution von Android nach, nehmen einige Innovationen von Honeycomb und überlegen, wie wir sie auf Mobiltelefone anwenden können.“

Viel mehr konnte oder wollte er offenbar nicht sagen. Es gehe hier und heute um Android für die größeren Displays von Tablets, wand er sich. Erst auf drängendes Nachfragen nach der Unterstützung für Handys erklärte er, das sei in den Details noch nicht entschieden: „Wir wissen es nicht. Das ist eine Debatte, die wir derzeit führen.“

Smartphones, Tablets und Fragments

Fest steht zunächst, dass für frühere Smartphone-Versionen entwickelte Anwendungen auch auf Honeycomb laufen. Die „Application Fragments“ aber sollen für einmal entwickelte Apps sorgen, die sich gezielt der Hardware anpassen, auf einem kompakten Smartphone laufen und zugleich die Vorteile eines Tablets mit viel größerem Display nutzen können. Hugo Barra demonstrierte Fragments am Tag der offiziellen Honeycomb-Vorstellung:

„Wir geben den Entwicklern Werkzeuge, um für Tablets optimierte Anwendungen zu schaffen, und ebenso Werkzeuge, um Apps zu entwickeln, die auf Smartphones und Tablets laufen. Fragments sind eine Design-Voraussetzung, um sich völlig von der Displaygröße unabhängig zu machen. Wir denken an Apps, die für jede Displaygröße zu entwickeln sind.“

Viel konkreter wird es nicht. Auf die Frage nach Android 3.0 für Smartphones erklärte Google-Sprecher Andrew Kovacs kryptisch: „Features werden im Lauf der Zeit auch auf Mobiltelefonen ankommen.“

Screenshot: Google (Android Honeycomb UI)

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