Die Intel-Nokia-Gleichung: Moblin + Maemo = MeeGo

Von am 15. Februar 2010  

Das Betriebssystem des Tages verschmilzt das von Intel geförderte Moblin und Nokias Maemo, die beide auf Linux basieren. Die ersten Geräte sind im zweiten Halbjahr 2010 zu erwarten. MeeGo ist als ein offenes OS für Smartphones und Netbooks konzipiert – ebenso wie für Geräte der Unterhaltungselektronik und Infotainmentsysteme in Fahrzeugen.

Apples iPhone und Googles Android OS holen sich unaufhaltsam Marktanteile bei den Smartphones und bringen den Markt in Bewegung. Zuvor unangefochten dominierende Hersteller erwachen aus ihrer Erstarrung, setzen zu neuen Strategien und Bündnissen an. Gestern stellte Samsung mit Wave S8500 das erste Gerät mit dem neuen proprietären Betriebssystem Bada vor, heute verkünden Chipdominator Intel und der noch immer weltweit führende Handyhersteller Nokia ihre Zusammenarbeit bei einem gemeinsamen Betriebssystem für mobiles Computing.

Den Core übernimmt MeeGo von Intels Moblin, das User Interface von Nokias Maemo. Beide Betriebssysteme sind Open Source wie Googles Android OS, als dessen Gegenspieler MeeGo vor allem zu sehen ist. Volle Offenheit versprechen die Initiatoren, garantiert durch die Zusammenarbeit mit der Linux Foundation.

Moblin wurde von Intel ursprünglich gefördert als optimiertes Betriebssystem für Netbooks, für die sich Microsofts Windows zunehmend als zu schwerfällig erwies. Maemo entstand für Nokias kompakte Tablets N770 / N800 / N810 und wandelte sich schließlich zum OS für das High-End-Smartphone N900. MeeGoo dürfte erst recht dafür sorgen, dass sich das von Nokia bei Smartphones bislang bevorzugte Symbian auf eine zukünftige Rolle als OS für einfachere Feature Phones beschränkt.

Bemerkenswert an der Allianz von Intel und Nokia ist weiterhin, dass MeeGo sowohl Atom-Chips von Intel als auch Prozessoren der ARM-Architektur unterstützt, die im Smartphone-Markt klar dominieren und kraftvoll zum Sprung in Tablets und Netbooks ansetzen. Es zeigt, wie sehr Intel unter Druck ist, einen Fuß in schnell wachsende Märkte wie Smartphones zu bekommen.

Die erste Version von MeeGo versprechen die Bündnispartner für das zweite Quartal, die ersten Geräte mit dem neuen OS in der zweiten Jahreshälfte. Quellcode und Entwicklerwerkzeuge sind für die kommenden Wochen angekündigt. Ebenfalls in den nächsten zu erwarten sind die Ankündigungen weiterer Hersteller und Netzbetreiber, die im MeeGo-Zug mitfahren wollen.

Wie wäre es denn mit Samsung, nachdem dieser Hersteller bereits auf Windows Mobile, Android OS, Symbian und das eigene Bada setzt?

(bk)

Screenshot: MeeGo (Oberfläche für Netbooks)

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