Datenschützer aus 10 Ländern schreiben einen Brief an Google

Von am 20. April 2010  

Sei nicht böse, Google!

Der offene Brief ist adressiert an Googles CEO Eric Schmidt. Absender sind die obersten Datenschützer von Kanada, Neuseeland, Frankreich, Deutschland, Israel und weiteren, überwiegend europäischen Ländern. Für Deutschland unterschrieb Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.

Sie melden insbesondere ihre Bedenken gegen Google Buzz an, mit dessen überstürzter Einführung sich Google selbst berechtigten Vorwürfen aussetzte: „Sie haben im wesentlichen Google Mail (Gmail) genommen, einen privaten E-Email-Dienst für die persönliche Kommunikation, es in einen Social-Network-Dienst umgewandelt und damit Besorgnisse der Benutzer ausgelöst, dass ihre persönlichen Informationen enthüllt wurden.“

Google habe den Fehler schnell korrigiert, räumen die verantwortlichen Datenschützer aus 10 Ländern ein, aber Google Buzz sei eben auch kein Einzelfall. Insbesondere bei der Einführung von Google Street View habe das Unternehmen oft zeitverzögert auf berechtigte Einwände reagiert.

Der Brief stellt eine Liste von Grundsätzen auf, an die sich Google bitte halten möge: Möglichst wenig persönliche Informationen sammeln, klare Informationen über gespeicherte persönliche Daten, Standardeinstellungen zum bestmöglichem Schutz der Privatsphäre, überschaubare Datenschutz-Einstellungen, sicherer Schutz persönlicher Daten, einfache Verfahren zum Löschen von Accounts – und natürlich alle relevanten Gesetze für Datenschutz und Privatsphäre befolgen.

Auch wenn es nicht nur um Google gehe, habe das Unternehmen eine besondere Verantwortung:

„Wir sehen, dass Google nicht das einzige Online-Unternehmen ist, das Dienste ohne angemessene Berücksichtigung der Privatsphäre seiner Nutzer eingeführt hat. Wir hoffen jedoch, das Sie als führendes Unternehmen der Online-Welt ein Beispiel setzen, dem andere folgen …
Wir erbitten eine Antwort, wie Google sicherzustellen gedenkt, dass die Anforderungen von Privatsphäre und Datenschutz vor der Einführung zukünftiger Produkte erfüllt sind.“

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis