Die Kastrationsängste des Wolfgang Clement

Von am 30. November 2008  

Politiker haben aber auch die seltsamsten Ängste. Bekannt war bereits, dass Ex-Wirtschaftsminister Clement aufgrund seiner Flugangst ewig lange Bahnfahrten bevorzugt. Aus panischer Angst um die deutsche Energieversorgung legte er vor dem hessischen Wahlkampf den Wählern nahe, nicht etwa seine eigene Parteifreundin Ypsilanti zu wählen. Jetzt verließ er fluchtartig die SPD, weil er befürchtete – entmannt zu werden.

Dessen war er sich der 68-jährige so sicher, dass er es in aller Öffentlichkeit im Deutschlandfunk bekennen musste: „Ich sollte unter der Mitwirkung von Franz Müntefering entmannt werden.“

Wenn das kein Grund ist, nach 38 Jahren eine Partei zu verlassen, in der solche Praktiken offenbar gang und gäbe sind. Und wie konnte die Bundesschiedskommission der SPD es auch nur wagen, seine indirekte Aufforderung zur Nichtwahl der SPD-Kandidatin zu rügen? Ihn höflich zu bitten, so was in Zukunft doch zu unterlassen?

Und vielleicht treiben ihn noch Leistungsängste, es könnten gar seine größten sein: Würde eines Tages der Geldfluss versiegen, der über ihn kam, seit er im Februar 2006 in den Aufsichtsrat der RWE Power AG einzog? Wenn es ihm an Standhaftigkeit fehlte, auch gegen die Interessen seiner eigenen Partei die der Energiewirtschaft zu vertreten?

(bk)

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