Google an Irland: Keine höheren Steuern, sonst …

Von am 21. November 2010  

Google, Intel & Co sagen, wo es lang geht

Irland steckt in der Finanzkrise und kommt nicht umhin, sich von einem Hilfspaket der EU retten zu lassen. Die weit und breit niedrigsten Unternehmenssteuern aber müssen bleiben, sagen führende Technologie-Unternehmen aus den USA an, die sich aus diesem Grund in Irland niederließen.

Der Unternehmenssteuersatz Irlands beträgt nur 12,5 Prozent (in Deutschland sind es 29,8 Prozent, in Frankreich 30 Prozent). Unternehmen zahlen daher in Irland die drittniedrigsten in der EU und die niedrigsten in der Eurozone. Die Nettozahler in der EU sind wenig amüsiert und drängen auf eine angemessene Erhöhung. Noch bevor etwas entschieden ist, bauen die vom Niedrigsteuerland angelockten und profitierenden Unternehmen eine Drohkulisse auf.

Ganz vorne dabei ist Steuersparkünstler Google, der ganz legal über die Strecke von Irland über Holland und die Bermudas Milliarden US-Dollar an Steuern spart. „Google warnt die irische Regierung vor einer Steuererhöhung“, macht eine Schlagzeile der Belfast Times klar. Schritte in diese Richtung, so formulierte es John Herlithy, Chef von Google Ireland, seien geeignet, Irlands Wettbewerbsfähigkeit zu beschädigen:

„Alles, was sich auf Irlands Wettbewerbsfähigkeit auswirkt, wird eine große Sache für Google sein, einschließlich der Unternehmenssteuern. Alles, was die Kostenbasis eines Unternehmens erhöht, wirkt sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus.“

Viel deutlicher geht es nicht, zumal Google in Irland 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie ein Echo kamen ähnliche Stellungnahmen von Intel (4.000 Beschäftigte in Irland) sowie der Amerikanischen Handelskammer, die 600 in Irland tätige US-Unternehmen vertritt.

Die US-Firmen haben beste Aussichten, sich durchzusetzen und weiterhin der Discount-Steuersätze zu erfreuen. Sie beschäftigen in Irland fast 100.000 Mitarbeiter direkt und indirekt noch mehr. Die niedrigen Unternehmenssteuern sind tabu bei den Verhandlungen über Hilfsgelder der EU, fügte sich die irische Regierung. Die Zeche müssen andere zahlen.

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