Google Chrome – auf den Browser kommt es an

Von am 3. September 2008 3 Kommentare 

Der neue Webbrowser ist ein Mini-OS, jedes Tab ein getrennter Prozess für sich wie eine Anwendung in einem Betriebssystem. Die ideale Basis für Googles Office-Anwendungen, ganz unabhängig vom Betriebssystem. Mit Google Gears ist ein Trojanisches Pferd bereits mit an Bord, vor dem sich die Anbieter von Betriebssystemen und Office-Suiten fürchten sollten.

Mit Chrome und dem integrierten Gears ist Cloud Computing immer und überall möglich, auch wenn gerade keine Online-Verbindung bestehen sollte. Die Daten werden gleichzeitig lokal auf dem Rechner gespeichert, sind immer verfügbar. Offline vorgenommene Änderungen synchronisieren sich mit den Google-Servern, sobald es eine Verbindung gibt. Wie bei diesen Sätzen, die offline mit Google Text & Tabellen begonnen wurden. Und in Chrome.

Chrome macht einen stabilen und schnellen Eindruck. Er ist optisch aufgeräumt, setzt ganz auf die einzelnen Tabs, ein jedes hat seine eigene Adressleiste. Sie heißt Omnibox, speichert die Suchgeschichte, ist so etwas wie eine Suchmaschine der eigenen Surferfahrungen und soll die Lesezeichen (die es zum Glück noch gibt) ersetzen, so wünschen es sich die Entwickler.

Erstmal gibt es Chrome nur für Windows und in Beta. Die Versionen für Mac OS X und Linux sind angekündigt, aber ohne Termin. Denn diese Browser-Builds sollen keine einfachen Ports sein, sondern sich gründlich in ihre Betriebssystem-Wirte hineinfressen. Entwicklerin Amanda Walker im offiziellen Mac-Blog der Firma: „Damit sich Chrome richtig anfühlt, wird die Version einer jeden Plattform von Leuten entwickelt, die in der Plattform leben und sie atmen; die Entwickler dieser Versionen sind langjährige Mac- und Linux-Entwickler und richtig pingelig, was die Details angeht.“

Die Google-Gründer entwickelten ihre geheimen Browserpläne bereits 2001, wie CEO Eric Schmidt bestätigt – von dem auch der Satz „es kommt auf den Browser an“ stammt:

„Als ich 2001 zu Google kam, sagten Larry und Sergey sofort: ‚Wir sollten unseren eigenen Browser entwickeln.‘ Und ich sagte Nein.“

Schmidt sagte damals aus strategischen Gründen Nein: „Ich glaubte nicht, dass die Firma stark genug war, um einen Browserkrieg zu überstehen. Es war wichtig, mit unseren strategischen Bemühungen unter dem Radar zu bleiben.“

In den folgenden Jahren kamen regelmäßig Gerüchte über eine Browserentwicklung Googles auf, die ebenso regelmäßig dementiert wurden. 2006 lief das Geheimprojekt mit vollem Schub an. Dieses strategische Produkt ist scharfe Munition. Es könnte mehr als nur Microsofts Internet Explorer treffen und im Staub hinter sich lassen.

(bk)

Google Chrome

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Wired

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Kommentare

3 Stellungnahmen zu “Google Chrome – auf den Browser kommt es an”
  1. newLoki sagt:

    Google hat eine Anleitung veröffentlicht, wie auch wir Macbesitzer Chrome zum laufen bekommen, eine deutsche Übersetzung dieser Anleitung, die ich selber geschrieben habe, ist unter
    http://newloki.wordpress.com/2008/09/03/googles-chrome-fur-mac-os-x/
    zu finden, selber ausprobiert habe ich es leider noch nicht.

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  1. […] um Sympathie zu werben. Während OS X und Linux vor vorne kommen, greift Google von der Seite mit Chrome plus Gears an, macht Cloud Computing vom Smartphone bis zum Desktop praktikabel, ganz unabhängig vom […]