Google Cloud Connect: Von MS Office zu Google Docs und zurück

Von am 22. November 2010  

Google Cloud Connect synchronisiert MS Office mit Google DocsDas Desktop-Büro öffnet sich dem Cloud Computing

Google pirscht sich listig an die noch immer dominierende Office-Suite Microsofts heran. Ein kostenloses Plug-in für das Büropaket „hilft beim reibungslosen Ãœbergang von Office in die Cloud“.

„Eine Brücke in die Wolken“

Die Herausforderung könnte deutlicher nicht sein: „Für diejenigen unter Ihnen, die noch nicht den ganzen Schritt zu Google Docs gemacht haben und noch immer Microsoft Office benutzen, hat Google ein großartiges Angebot. Mit Cloud Connect ist die vertraute Office-Oberfläche weiter zu nutzen, während sich zugleich der Nutzen Web-basierter Zusammenarbeit eröffnet, wie ihn die Benutzer von Google Text & Tabellen bereits genießen.“

Die vorlaute Ansage kommt von Shan Sinha, der durch die Ãœbernahme des Startups DocVerse zu Google kam. Dort arbeitete er mit seinem Team seit neun Monaten daran, die Anwendung von DocVerse in die Infrastruktur von Google zu übertragen. Umbenannt in Google Cloud Connect verspricht sie Nutzern von Office 2003, 2007 und 2010 die laufende Synchronisation (wann immer die Schaltfläche „Speichern“ betätigt wird) mit der Google-Cloud, ohne jemals Office zu verlassen.

Sie erhalten damit nicht nur ein Online-Backup mit einer eigenen URL, sondern Zugang zu den Dokumenten von überall und auch mit mobilen Geräten – immer in der aktuellen Version, auch von mehreren Nutzern zu bearbeiten. Mögliche Synchronisationskonflikte fängt Google Cloud Connect ab und fragt nach der zu sichernden Version.

Google Cloud Connect: Abfrage zur Synchronisation

Das Plug-in unterstützt die Office-Anwendungen Microsoft Word, Powerpoint und Excel. Für Geschäftskunden gibt es bei Google Apps ab sofort eine Preview-Version, alle anderen Nutzer sind ebenfalls bald dran.

Microsoft hat es in der neuesten Version von Office immerhin geschafft, eine Online-Zusammenarbeit zu integrieren. Googles Lösung geht aber weiter durch die Unterstützung auch früherer Office-Versionen, die in vielen Unternehmen noch immer Standard sind. Darüber hinaus unterstützt Cloud Connect auch Excel, was Microsoft erst noch bewerkstelligen müsste.

Wie laut schrillen die Alarmsirenen in Redmond?

Googles Strategie dürfte nicht zuletzt darauf zielen, zögerliche Office-Nutzer durch diese hybride Desktop-Cloud-Lösung erstmals mit Web-Apps und ihren Vorteilen vertraut zu machen, um sie schließlich ganz in die Wolken zu locken. Es ist auch der Versuch, eine Achillesverse bei Microsoft zu treffen, denn die Office-Suite ist noch immer die Gelddruckmaschine Microsofts. Office-Produkte bringen 90 Prozent der Umsätze in Microsofts Business Division und fast 60 Prozent der gesamten Einnahmen.

Und dann noch diese Vorgeschichte: Shan Sinha war früher selbst bei Microsoft tätig und für die Produktstrategien von SharePoint und SQL Server verantwortlich. Zusammen mit einem weiteren Microsoft-Veteranen gründete er DocVerse, das im März dieses Jahres von Google übernommen wurde.

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