Hawaii, das Elektro-Paradies

Von am 4. Dezember 2008 5 Kommentare 

Die Inselkette will sich in ein Paradies für Elektroautos verwandeln. Nach den Plänen eines Entrepreneurs aus dem Silicon Valley, unterstützt von der Gouverneurin des 50. US-Staats. Nach einem von Mobilfunkanbietern inspirierten Geschäftsmodell.

Der Software-Unternehmer gründete mehrere erfolgreiche Softwarefirmen und brachte es bis zum Vorstandsmitglied von SAP. Mit seiner neuen Firma will er Elektroautos, angetrieben durch umweltfreundlich erzeugten Strom, auf breiter Front in den Verkehr bringen. Sie sollen nicht unbedingt verkauft, sondern eher vermietet werden. Geld einsammeln will die Firma durch Netze von Lade- und Akkuwechselstationen, mit denen auch das Problem der noch immer geringen Reichweite von Elektrofahrzeugen zu lösen sei.

Agassi beliebt seine Firma auch „Vodacar“ zu nennen. Die Idee dahinter ist, Better Place wird das Fahrzeug mit Saft versorgen wie Mobilfunkbetreiber ein Handy mit dem Zugang zum Funknetz. Ähnlich den Minutenkontingenten der Mobilfunker soll es Meilenkontingente geben, für die das Netz der Lade- und Akkuwechselstationen von Better Place zu nutzen ist.

Die Firma hat bereits Stationen in Australien, Dänemark, Israel sowie in der San Fancisco Bay Area in Vorbereitung. Ganz besondere Pläne aber hat die Firma für die Inselkette Hawaii und ihre gleichnamige Hauptinsel. In einer öffentlich-privaten Partnerschaft sollen 70.000 bis 100.000 Ladestationen geschaffen werden, um ab 2011 Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen. Das gesamte Investitionsvolumen dafür wird auf 75 bis 100 Millionen $ geschätzt. Das Projekt soll zugleich als Blaupause für die USA und weitere Länder dienen.

Der Bundesstaat Hawaii will damit seine extreme Abhängigkeit vom Erdöl verringern, der ihn 7 Milliarden $ jährlich kostet. Die Saubere-Energien-Initiative zielt darauf, insbesondere durch die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie die Abhängigkeit vom Öl bis 2030 von 90 Prozent auf 30 Prozent zu reduzieren.

Mit im Boot zu den Inseln ist Autohersteller Nissan-Renault, der mit dem Crossover-SUV Nissan Rogue die erste Ladung Elektroautos anliefern soll. Die noch großen US-Hersteller Ford, General Motors und Chrysler sollen folgen, wenn sie mit passenden elektrifizierten Modellen vorfahren.

(rl)

Honolulu Star Bulletin

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Kommentare

5 Stellungnahmen zu “Hawaii, das Elektro-Paradies”
  1. MaikD sagt:

    „Ganz besondere Pläne aber hat die Firma für die Inselkette Hawaii und ihre gleichnamige Hauptinsel.“

    Meines Wissens ist die Hauptinsel Oahu ! Hawaii ist lediglich die (flächenmäßig) größte Insel.

  2. Robin Lange sagt:

    Wir Hawaii-Kenner unter uns. Kannte zwar mal jemanden gut, der eine Hawaiianerin geheiratet hat, da musste ich jetzt aber doch Wikipedia fragen. Dort ist die Rede von der „Inselgruppe und dem Bundesstaat Hawaii“ sowie der „gleichnamigen Hauptinsel der Gruppe, auch Big Island genannt“. Oahu passt aber auch – gehört mit Hawaii zu den acht Hauptinseln der insgesamt 137 Inseln:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hawaii

  3. Vollvosten sagt:

    Also das Projekt an sich, Hawaii mit Elektroautos auszurüsten, ist doch eine super Sache!
    Nur mir gefällt die Art und Weise nicht wie Agassi das umsetzten möchte. Mit seiner Strategie macht er alle Elektroautofahrer von sich abhängig. Er kann somit zum Beispiel an den Preisen rumspielen wie er will, denn man kann die Meilen die man fahren möchte nur bei ihm „kaufen“. Möglicherweise haben die Ladestationen ein geschützes Anstrecksystem, welches zuvor mit einer bestimmten Autofirma entwickelt wurde, sodass mögliche Konkurrenten gar nicht die Chance haben in den Markt einzudringen.
    Vielleicht sehe ich die Sache auch zu kritisch aber andererseits ist bekannt, dass Agassi ein großer Kapitalist ist.

  4. moin sagt:

    Agassi hat in einem Interview gesagt, daß es ihm vorrangig um die schnelle Verwirklichung des Projekts und die Entwicklung eines Standardsystems gehe, das allen Herstellern und Betreibern offen steht. Darauf weise er bei seinen Gesprächen mit Regierungen hin, denn nur so sei der schnelle Durchbruch von Elektroautos zu erreichen. Sein Unternehmen strebe keine Monopolstellung an!
    Das bisherige Problem war ja auch, daß jeder Hersteller für sich rumbastelte und die Einführung von Elektroautos immer weiter hinausgezögert worden ist, da das Problem der Reichweite und der Kosten nicht in den Griff zu kriegen war. Agassi umgeht dieses Problem auf elegante Weise, indem das Auto von der Batterie getrennt (man kauft das Auto, nicht aber die Batterie) und eine flächendeckende Infrastruktur aufgebaut wird.

  5. eCars.de.ms sagt:

    @Vollvosten
    Ja, das sehe ich genau so…

    Hinzu kommt, dass man hier das Prinzip Elektroauto pervertiert, indem man als Basis ein viel zu schweres SUV nutzt.

    Gute und sinnvolle Elektroautos müssen von Grund auf als Elektrofahrzeug konstruiert sein, wie der A A A – siehe http://www.eCars.de.ms/

    Umgebaute „Verbrenner“ sind nur sehr schlecht geeignet.

    :o)