Marktforscher: iPad ist für Apple-Fans (und eher nicht für den Rest von uns)

Von am 29. März 2010  

Der Hype zündet nur bei denen, die schon überzeugt sind

Die Jubelmeldungen in der Art von „Apple iPad in den USA ausverkauft“ überschlagen sich, weil die Produktion für die erste Verkaufswoche schon durch Vorbestellungen weg ist. Es gibt sie, die loyalen Anhänger von Apple, die blind vertrauen und 500 Dollar oder mehr auf ein Produkt setzen, dessen entscheidende technische Details noch nicht bekannt und dessen verheißene Medieninhalte weitgehend ungesichert sind, von dem es noch keine Erfahrungsberichte oder gar ernsthafte Tests gibt.

Das besagt auch eine Umfrage von US-Marktforschern unter 2.000 repräsentativ ausgewählten Verbrauchern, die zwischen dem 24. Februar und dem 3. März durchgeführt wurde. Die wahrscheinlichsten iPad-Käufer sind demnach im Alter zwischen 18 und 34 Jahren und besitzen bereits Apple-Produkte.

Die Marke Apple zieht mehr als das Produkt. 37 Prozent der Befragten nannten ihre Sympathie für die Marke Apple als den wichtigsten Grund für ihr Interesse am Apple-Tablet. Und was wollen sie eigentlich damit anfangen? Die meisten wollen das Tablet nutzen, um Musik zu hören oder im Web zu surfen.

Nur noch neun Prozent der Befragten insgesamt erklärten, in den nächsten sechs Monaten höchst wahrscheinlich ein iPad erwerben zu wollen. 66 Prozent hingegen sehen überhaupt kein iPad in ihrer Zukunft, und das geht auch 60 Prozent derer so, die bereits ein Apple-Produkt besitzen. Diese Zahlen liegen deutlich unter den Ergebnissen früherer Umfragen.

Je näher der iPad-Marktstart rückt, desto mehr scheint die Verkaufsmagie nachzulassen. Die zunehmende Skepsis begründet sich offenbar im als relativ hoch empfundenen Preis und in dem, was das iPad alles nicht bietet. Die nicht am iPad interessierten Verbraucher wollen sich eher für ein neues Netbook oder Notebook als ein Tablet entscheiden. Stephen Baker von der NPD Group, die die Umfrage durchführte:

„Wenn man in Betracht zieht, wofür die Leute das iPad nutzen wollen, dann ist es nicht schwer zu verstehen, dass sie nicht 500 Dollar oder mehr für ein ähnliches Gerät ausgeben wollen, wenn sie diese Fähigkeiten bereits in anderen Geräten wie einem iPod touch oder einem Notebook oder einem Netbook haben.“

Auch bei Analysten kommt zunehmend Skepsis auf, ob das iPad die geschürten Erwartungen erfüllen kann. Sie weisen auf den Unterschied zu iPhone und iPod hin, die in etablierten Gerätekategorien antraten, da Verbraucher bereits Smartphones und Medienplayer kauften. Das Tablet sei vielmehr vergleichbar mit Produkten, die Verbraucher noch nicht kennen – wie etwa Amazon Kindle oder Apple TV, von denen im ersten Jahr jeweils weniger als eine Million Exemplare umgesetzt wurden.

Seit das iPad Ende Januar vorgestellt wurde, legte Apples Aktienkurs um über 10 Prozent zu. Bei weniger sensationellen Verkaufszahlen – die Analysten erwarten eine Million bis Ende Juni und 5 Millionen bis Ende 2010 – riskieren Apple den glänzenden Ruf bei den Investoren und CEO Steve Jobs den Nimbus des unfehlbaren Innovators.

Screenshot: Apple-TV-Werbung

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