Mini E, Vattenfall und der CO2-Ausstoß

Von am 25. November 2008  

Nach Los Angeles und New York darf jetzt auch eine überschaubare Anzahl von elektrifizierten Minis durch Berlin und London rollen. Ganz umweltfreundlich, sagen BMW, Vattenfall und Umweltminister Gabriel. Eben nicht, sagt Greenpeace.

„Das Projekt von Vattenfall und BMW setzt in Sachen Umweltschutz und Breitenwirksamkeit neue Maßstäbe“, tönte der SPD-Minister. Das Projekt genieße die volle Unterstützung des Bundesumweltministeriums. Es sei wichtig, jetzt in den Klimaschutz zu investieren. Das Pilotprojekt sei ein gelungenes Beispiel für moderne Umwelt- und Industriepolitik. Was Politiker eben so sagen. Verkehrsminister Tiefensee gab dazu die Prognose ab, um 2020 könnten bereits eine Million Elektrowagen deutsche Straßen füllen.

Die 50 Mini E, die ab Frühjahr 2009 lautlos durch Berlin rollen sollen (nach 500 Versuchsminis in den USA), protzen BMW-typisch mit 204 PS starken Elektromotoren. Vattenfall gibt sich als freundlicher Energiespender und verspricht bis zu 100 Ladestationen für den Berlin-Test. Die sollen nur „mit zertifiziertem grünem Strom“ fahren, so der europäische Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka. Elektrofahrzeuge dürften nur regenerative Energien nutzen, um Null-Emissions-Fahrzeuge zu sein, sekundierte Gabriel.

Greenpeace haben die grünen Sprüche nicht sonderlich beeindruckt. Denn rechnet man die von BMW selbst angegebenen 15 Kilowattstunden je km unter Berücksichtigung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes bei Vattenfalls Stromerzeugung um, erzeugt Mini E 133,5 Gramm CO2 je Kilometer.

Das können nicht wenige Benzin- und Dieselfahrzeuge besser. Ungünstig fiel auch die Greenpeace-Rechnung zu Daimlers Elektro-Smart aus, der in Zusammenarbeit mit RWE mit Strom betankt wird. Der E-Smart verbraucht mit 90 Gramm mehr CO2 als der Diesel-Smart mit 88 Gramm.

Greenpeace fordert ein CO2-Label für E-Mobile, um sie unmittelbar mir Fahrzeugen vergleichen zu können, die ein Verbrennungsmotor antreibt. Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann: „Zu Nullemissionsautos werden Plug-In-Hybride oder reine Elektrofahrzeuge nur dann, wenn sie mit zusätzlichem Ökostrom betrieben werden.“ Firmen wie RWE und Vattenfall engagierten sich nicht wirklich dafür, daher sei die Regierung gefordert, dies sicherzustellen.

(bk)

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