Nissan Leaf: Elektroauto mit IT

Von am 2. August 2009 4 Kommentare 

nissan-leafDer drittgrößte japanische Hersteller entblättert mit Leaf das Elektroauto, das den Durchbruch bringen soll. Mit viel Informationstechnik drin.

Nissan Leaf überrascht mit einer für Elektroautos bislang ungewohnten Optik. Die Karosserie wurde auf Aerodynamik optimiert, um die Reichweite zu maximieren und zugleich die Windgeräusche eines Fahrzeugs mit so gut wie lautlosem Antrieb zu minimieren. Der Name Leaf wiederum ist höchst symbolisch, wie Nissan erklärt: Wie Blätter die Luft in der Natur reinigen, soll Nissan Leaf für eine Mobilität ohne Emissionen sorgen.

Die Fahrleistungen entsprechen locker vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ein Kleinwagen ist Leaf auch nicht eben mit einer Länge von 4,45 m, einer Breite von 1,77 m und der Höhe von 1,55 m. Es ging Nissan darum, kein weiteres Nischen-Elektroauto zu bauen: „Unser Fahrzeug ist ein richtiges Auto. Sie können es mit 140 Stundenkilometern fahren, vier oder fünf Passagiere fahren bequem mit.“

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Bleibt noch das kleine Problem der „Reichweiten-Angst“, denn die Akkutechnik wird auf absehbare Zeit die Reichweite von Elektrofahrzeugen deutlich begrenzen. Mit 160 km erreicht Leaf eine typische Reichweite von Elektroautos. Nissan will aufkommende Befürchtungen mit einer Informationsflut für den Fahrer bekämpfen.

Das System nennt sich EV-IT und arbeitet mit dem integrierten Navigationssystem zusammen. Es zeigt ständig den Radius an, in dem sich das Fahrzeug mit der gegenwärtigen Akkuladung bewegen kann. Es rechnet mit, ob das Fahrzeug das eingegebene Ziel erreicht. Nicht zuletzt informiert es über Ladestationen innerhalb der gegenwärtigen Reichweite.

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Der Fahrer kann auch online oder per Handy den Ladezustand abrufen. Eine Textnachricht informiert, wenn die Batterie voll geladen ist. Klimaanlage wie Ladefunktionen sind per Mobiltelefon zu steuern, das Nachladen der Batterien auch über einen Timer zu programmieren.

Nissan hält das bordeigene IT-System für „einen entscheidenden Vorteil“. Das mit einem Datenzentrum verbundene EV-IT kann rund um die Uhr Fahrzeugdiagnosen liefern, Informationen und Entertainment.

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Dann wäre da noch die Preisfrage. Kann der vollelektrische Nissan Leaf mit den konkurrierenden Hybridfahrzeugen Toyota Prius und Honda Insight preislich mithalten? Zahlen wollte Nissan noch nicht nennen, signalisierte aber einen relativ günstigen Preis. US-Journalisten rechnen mit 25.000 bis 30.000 US-Dollar.

Nissan wiederum erklärte, ohne Batterie komme das Fahrzeug nicht teurer als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Offenbar will Nissan die Fahrzeuge verkaufen und die Batterien an die Kunden leasen. Die Betriebskosten je Kilometer sollen dabei unter dem Strich geringer kommen als bei einem Benziner.

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Der Marktstart ist Ende 2010 in Japan und USA, weltweit 2012 zu erwarten. Nissan will zusammen mit Partner Renault eine Fertigungskapazität von 200.000 Elektroautos in den USA, 100.000 in Europa und 50.000 in Japan aufbauen. Nissan-Chef Carlos Ghosn setzt auf Nissans Vorsprung in der Akkutechnik: „Wir peilen den Massenmarkt an.“

(rl)

Zum Thema bei TecZilla:

Elektroauto Nissan Leaf ausverkauft für 2010

Nissan: Kompakte Hybridtechnik, neue Elektroautos

NEC und Nissan investieren in den Akku für das Elektroauto

Bosch: Wieso reden alle vom Elektroauto?

Zum Thema im Web:

Bloomberg

Autoblog

Nissan Zero Emission

Abbildungen: Nissan

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Kommentare

4 Stellungnahmen zu “Nissan Leaf: Elektroauto mit IT”
  1. Kohloe sagt:

    Das sieht wenigstens mal nach Auto aus 😀

  2. Dr.No sagt:

    „was die max. Reichweite von 160 km erheblich steigert“ -typisches Journalisten -Deutsch, das ein Widerspruch in sich ist; also: inclusive Rekuperation 160 km Reichweite oder dann noch weiter kommend? 2) Leider fehlt die Angabe der Masse m [in kg] des Fahrzeugs, (braucht ein Journalist nicht) die gerade beim E-Auto er alles entscheidende Faktor ist; „kg“ gibt es bei Journalisten ohnehin nicht – sie schreiben stets z.B. „wiegt 1200 Kilo“; 3) Die
    Akku-Masse wird auch nicht angegeben, die entscheidend ist für die 24 kWh Energieinhalt; nur Show-Zeug, statt Fakten; „Kilo“ liesse man keinem Grundschüler durchgehen; „kilo“ heisst lediglich 1000 u. es ist offen ob kilowatt oder kilopound oder km usw.; 2.8.09, Dr. No

  3. Robin Lange sagt:

    Dr. No, könnte der Kommentar vielleicht einem anderen Beitrag gelten? Die zitierte Formulierung taucht bei uns jedenfalls nicht auf.

    Die übrigens typisches PR-Deutsch ist und aus der Presseerklärung von Nissan Deutschland stammt. Da haben es die „Journalisten“ her, bei denen diese schöne Formulierung zu finden ist von Abendzeitung bis Autobild.

  4. eCars.de.ms sagt:

    Stimmt, das sieht wenigstens mal nach einem Auto aus. ABER…

    Aber die technischen Daten könnten noch viel besser sein. An diese Daten kommen andere Fahrzeuge, die wie echte Autos aussehen, zu einem deutlich günstigeren Preis.

    Der A A A wäre bereits mit Akkusatz nicht teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor! >>> http://www.eCars.de.ms/

    ;o)