Online-Händler in der Krise (Update)

Von am 4. Februar 2009 1 Kommentar 

E-Bug und Norsk-IT sind endgültig pleite und schließen ihre Websites wegen „Wartungsarbeiten“. Home of Hardware ging für wenige Euro an einen neuen Eigentümer. Schuld ist natürlich die Finanzkrise mit „automatisch zurück gefahrenen“ Kreditlinien.

„… immer ein bisschen schneller“, ist bei E-Bug noch immer zu lesen. Das konnten nicht alle Kunden bestätigen, denn dieser Versender kam ebenso wie Norsk-IT des Öfteren ins Gerede und hatte nicht eben die beste Online-Reputation. Das bewiesen auch zahlreiche Einträge im Verbraucherschutzforum Snakecity, das – ausgerechnet nach rechtlichen Attacken durch Norsk-IT – abgeschaltet wurde.

Schneller in die Pleite, das schon. „Mehr geb ich nicht aus!“, der Slogan von Norsk-IT, gibt ebenfalls Anlass zu neuen Interpretationen.

Selbst die „Wartungsarbeiten“ sind eine Täuschung. Die BUG-AG, Betreiber der Webshops Norsk-IT und E-Bug, wird nach Auskunft des Insolvenzverwalters Helge Wachsmuth nichts mehr verticken: „Die Vertriebsaktivitäten werden mit Verfahrenseröffnung eingestellt.“

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BUG AG aber, am 31. Oktober 2008 beim Amtsgericht Hildesheim beantragt, wurde bereits am 30. Januar eröffnet. Ende. Finito. Aus.

Die durch die Kreditversicherer heruntergefahrenen Kreditlinien trafen selbst den gut beleumundeten Onlineshop Home of Hardware. Pay-TV-Anbieter Premiere, der vorherige Mehrheitseigentümer und selbst angeschlagen, musste daher die letzten 24,5 Prozent der Anteile für symbolische 3 Euro abgeben. Neuer Eigentümer ist Cancom, ein Systemhaus für Unternehmenskunden.

Ein „reinigendes Gewitter im E-Business“ will die Branchenpostille IT-Business in den Problemen dieser Firmen sehen und weckt zugleich neue Hoffnungen: „Nach einem reinigenden Gewitter können die übrigen Marktteilnehmer im E-Business besser durchatmen.“

Update am 5. 2. 2009: Inzwischen musste der österreichische Elektronik-Anbieter Digitrend dran glauben. Sein wichtigster Lieferant geriet in Konkurs und stellte alle Forderungen fällig. 130 Gläubiger zittern um rund zwei Millionen Euro.

Weitere Updates: Nach der Pleite – und was läuft jetzt bei E-Bug und Norsk-IT?

(bk)

Screenshot: E-Bug

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Kommentare

Eine Stellungnahme zu “Online-Händler in der Krise (Update)”
  1. rdltr sagt:

    ich konnte die schlechte meinung über ebug nie nachvollziehen, bei mir kamen die lieferungen immer zügig, vollständig und gut an. aber gut, ausnahmen gibts ja immer.