Pentagon jagt den Wikileaks-Gründer

Von am 13. Juni 2010 1 Kommentar 

Das „Collateral Murder“-Video war erst der Anfang, weitere Enthüllungen befürchtet

Adrian Lamo, der selbst als Computerhacker bekannt wurde und den inzwischen verhafteten Wikileaks-Informanten hochgehen ließ, fand die Veröffentlichung des Videos über einen tödlichen Hubschrauberangriff im Irak eigentlich gut und sinnvoll. Der 22-jährige Bradley Manning, Mitarbeiter des Geheimdienstes der US-Armee, hatte ihm gegenüber enthüllt, das entlarvende Video aus Gewissensgründen über Wikileaks an die Öffentlichkeit gebracht zu haben.

260.000 geheime Dokumente

Es geht aber angeblich um weit mehr, um 260.000 als geheim eingestufte Mitteilungen aus dem diplomatischen Dienst und geheimdienstliche Einschätzungen. Dazu gehören offenbar auch Einzelheiten der Untersuchung über die aus China vermutete Cyber-Attacke auf Google und über 30 weitere US-Unternehmen.


Tödliche Attacke auf Zivilisten im Irak, veröffentlicht bei Wikileaks

Während Lamo die Veröffentlichung des Killer-Videos befürwortete, beruft er sich jetzt auf sein eigenes Gewissen und sagt, Manning habe zwar aus guter Absicht, aber dennoch kriminell gehandelt. Lamo wandte sich an die Behörden und meldete Manning, um weitere Enthüllungen zu verhindern: „Ich habe ihn ausgeliefert, um Leben zu schützen und Informationen, die wesentlich sind für eine wirksame Außenpolitik.“

„Hillary Clinton bekommt eine Herzattacke“

Laut Manning sind es Dokumente mit Durchschlagskraft: „Hillary Clinton und einige Tausend Diplomaten rund um die Welt bekommen eine Herzattacke, wenn sie eines Morgens aufwachen und eine vollständige Bibliothek geheimer Außenpolitik verfügbar ist.“ Ungesichert ist, ob die Dokumente über „fast kriminelle Machenschaften“ tatsächlich bei Wikileaks angekommen sind und ihre Veröffentlichung bevorsteht.

Das Pentagon geht offenbar davon aus, dass Wikileaks-Mitgründer Julian Assange sie erhalten hat und ist auf der Suche nach ihm, während er „aus Sicherheitsgründen“ abtauchte und einen angekündigten öffentlichen Auftritt absagte. Der legendäre Daniel Ellsberg, der einst die „Pentagon Papers“ enthüllte, hält den in Australien geborenen Assange für gefährdet und rät ihm dringend, die USA zu meiden.


Julian Assange über vertrauliche Quellen im digitalen Zeitalter (April 2010)

Um was es genau geht, sagen die Beteiligten nicht oder wagen es nicht zu sagen. Lamo spricht von sensitiven Informationen, sie hätten mit Codewörtern zu tun, „hochgeheime, heikle Informationen“, unter anderem aus Kriegsgebieten.

Einzelheiten über die Angriffe auf Google

Laut Lamo erklärte Manning auch, den Codenamen und Einzelheiten der regierungsamtlichen Untersuchung über die Cyber-Attacken auf Google geleakt zu haben. Mehr könne er nicht sagen, ohne selbst eine Verhaftung wegen Geheimnisverrat zu riskieren.

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  1. […] Pentagon jagt den Wikileaks-Gründer Nun ja das Internet hat eine andere Informationspolitik, kein Wunder das manch einer ganz oben […]