Remote Control: Hacker legt über 100 Autos lahm

Von am 18. März 2010 1 Kommentar 

Ein Texaner verlor seinen Job bei einem Autohändler und rächte sich, indem er Fahrzeuge über das Internet lahmlegte

Über 100 Fahrer in Austin, Texas konnten ihre Fahrzeuge nicht mehr anlassen. Teilweise begannen ihre Autos wild zu hupen, was sich erst durch Abtrennen der Autobatterie beheben ließ. Viele konnten ihren Arbeitsplatz nicht erreichen, andere kamen nicht mehr von dort weg. Es sah zunächst nach einem mechanischen Versagen aus, einige Fahrer ließen den Abschleppwagen kommen.

Sie alle hatten ihr Fahrzeug vom Texas Auto Center bezogen, das zur Sicherung pünktlich bezahlter Raten auf ein System namens Webtech Plus setzt. Eine unter dem Armaturenbrett installierte schwarze Box enthält einen GPS-Chip und setzt Anweisungen um, die über eine Website zu veranlassen sind und über ein drahtloses Pager-Network ankommen. Der Händler ist damit in der Lage, das Zündungssystem des Fahrzeugs zu deaktivieren oder die Hupe ertönen zu lassen, um an die fällige Rate zu erinnern. Oder einen Beauftragten das Fahrzeug leichter finden zu lassen, um es für den Händler wieder in Besitz zu nehmen – wie aus Filmen wie Repo Man bekannt.

Das Chaos verursacht hatte der 20-jährige Omar Ramos-Lopez, der bis zu seiner Kündigung im letzten Monat für das Texas Auto Center arbeitete – als Rückholer von Fahrzeugen mit Ratenverzug. Die High Tech Crime Unit von Austin (die sehen wohl zuviel CSI?) kam zum Einsatz und verhaftete ihn gestern. Es hatte Tage gedauert, bis der Autohändler überhaupt erkannte, was hinter den Geschehnissen stand.

Der frühere Mitarbeiter „war ziemlich gut mit Computern“ und nahm sich nach seiner Kündigung die Datenbank von 1.100 Kunden vor, deren Fahrzeuge mit dem System ausgerüstet waren. Wie üblich hatte niemand daran gedacht, die Passwörter zu ändern. Er ging die Kundenliste alphabetisch durch und machte sich auch noch den Spaß, die Daten ein wenig durcheinander zu wirbeln, machte unter anderem den toten Rapper Tupac Shakur zum Besitzer eines 2009 gekauften Fahrzeugs. Nebenbei bestellte er noch Teile und Ausrüstung im Wert von 130.000 US-Dollar vom Hersteller der GPS-Geräte.

„Ich glaube, er hielt das alles für einen harmlosen Streich“, erklärte ein Manager des Autohändlers. „Er hat die Konsequenzen nicht gesehen.“

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